Seckenheim

Seckenheim Konversionsflächen im Stadtteil: Warten auf die Machbarkeitsstudie für Stem, auf den Hammonds geht es voran

Bund will selbst Wohnungen für seine Beschäftigten bauen

Archivartikel

Andreas Hänssler ist sauer. „Wenn Informationen zu Hammonds und Stem angekündigt werden, und zu Stem wird nichts gesagt, dann entsetzt mich das“, kritisiert der Vorsitzende der TSG Seckenheim, nachdem er fast drei Stunden – vergebens – auf die Behandlung jenes Themas gewartet hat, das ihn umtreibt: „Da fühle ich mich vergackeiert.“

In der Tat: Bei der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirates Seckenheim stehen beide Konversionsflächen auf der Tagesordnung, doch zu Stem wird fast nichts gesagt: „Man ist gerade dabei, die Machbarkeitsstudie zu erstellen“, entschuldigt sich Carl Schoepe vom Baudezernat.

Sie soll Ende des Jahres fertig sein und dann die Grundlage für das Baugenehmigungsverfahren bilden. Anfang 2020 wird sie dem Bezirksbeirat vorgestellt – „nicht nur vom Bau-, sondern auch vom Sportdezernat“. Damit scheint die Richtung klar – nämlich auch sportliche Nutzung. Und Andreas Hänssler ist zufrieden.

Reichlich Infos gibt es dagegen zu Hammonds. Martina Block von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der das Gelände gehört, erläutert die laufenden Arbeiten zur „Baufeldfreimachung“, wie sie offiziell heißen. Danach, im Sommer 2020, erfolgt die Erschließung mit Verlegung der Leitungen, dann die Parzellierung der Baugrundstücke und deren Vermarktung.

Eine Überraschung ist Blocks Ankündigung, dass nun auch der Bund selbst hier Wohnraum schaffen will, vor allem für seine Bediensteten aus Bundespolizei und Zoll. „Auch ein Polizist muss sich eine Wohnung in der Stadt leisten können“, sagt sie.

Ziel: soziale Durchmischung

Ob die gewollte soziale Durchmischung gelingen wird, da hat Ralf Kittel so seine Zweifel. „Der preisgünstige Mietwohnungsbau liegt an der Straße, das hochpreisige Eigentum im ruhigen Bereich hinten“, beschreibt der neue Grünen-Bezirksbeirat: „Wäre eine bauliche Durchmischung nicht sozial sinnvoller?“ „Wir haben das nicht geplant“, kann Martina Block da nur erwidern: „Die Planungshoheit liegt bei der Stadt.“

„Was ist eigentlich aus der Idee vom Anfang der Diskussion geworden, Räume auch zur Nutzung durch Vereine bereitzustellen“, erkundigt sich Stadtrat Thorsten Riehle. „Das ist nicht unsere Sache“, macht Block klar: „Wir verkaufen nur die Grundstücke und die Gebäude. Welche Nutzung darin stattfindet, ist Sache des Käufers.“ Sprich: Wenn die Stadt eine solche Nutzung wünsche, müsse sie diese dort organisieren. „Wir im Gemeinderat behalten das im Hinterkopf“, versichert Riehle.

Offen ist noch die Gestaltung des Badener Platzes. Diese hängt indirekt zusammen mit dem dort angrenzenden Gebäude, das weiterhin von der Bundeswehr genutzt wird. „Wann sie diese Immobilie aufgibt, ist völlig unklar“, berichtet Martina Block. Klar ist allerdings, dass hier ein Supermarkt entstehen soll, oben drüber Büros, Praxen, Wohnungen. Die Stellplätze für diese Nutzung liegen jedoch außerhalb des Kasernenareals, auf dem Badener Platz, und der gehört der Stadt. „Daher werden BImA und Stadt dieses Projekt gemeinsam vermarkten“, so Block.

Und der Rest dieses Platzes? „Könnten dort nicht Parkplätze für die Bezirkssportanlage entstehen?“, fragt SPD-Bezirksbeirat Giuseppe Randisi. „Aber nicht auf unserem Gelände!“, macht Martina Block klar – also nicht auf der Fläche, die als Parkplatz für den Supermarkt angedacht ist, sondern lediglich auf dem übrigen Areal des Badener Platzes: „Das ist dann aber Sache der Stadt.“

Bleibt ein wichtiges Detail: die Straßennamen im neuen Quartier. Auf Vorschlag des Historischen Vereins hat sich der Bezirksbeirat für Protagonisten der 1848er Revolution ausgesprochen, von der Stadt akzeptiert. „Enttäuscht sind wir aber, dass ausgerechnet die einzige Frau nicht aufgenommen wurde“, kritisiert Bezirksbeirat Ralf Busch (FDP). Grund: Amalie Struve war die Frau von Gustav Struve, nach dem bereits im Almenhof eine Straße benannt ist.

Die Stadt fürchtet Verwechslungen, was vor allem bei Rettungseinsätzen vermieden werden soll. „Vielleicht wäre es eine Lösung, nach ihr den Platz zu benennen“, schlägt Busch vor: „Da ist das Risiko der Verwechslung kleiner.“ „Das ist ohnehin gering“, meint Grünen-Bezirksbeirat Cornelius Zapf: „Bei zwei verschiedenen Postleitzahlen.“

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