Seckenheim

Seckenheim 15. „Lange Nacht der Kunst und Genüsse“ / 20 Geschäfte laden ein / Ein Blick auf das Geschehen im Stadtteil

Die Besucher kommen in Scharen

Was vor 15 Jahren mit wenigen Gewerbetreibenden begann, wurde zu einer Lawine, die sich über fast alle Mannheimer Stadtteile ausgebreitet hat. „Viele Freiwillige haben sich dafür stark gemacht, dass dieses Event einmalig ist und auch in Zukunft sein wird“, gab darauf Grit Löffler-Baßmann vom BdS Brief und Siegel. Bundestagsabgeordneter Nicolas Löbel (CDU) durfte als Seckenheimer die „Lange Nacht der Kunst und Genüsse“, im Verlagshaus Schmid Otreba Seitz Medien eröffnen. „In der Politik kennen wir uns alle mit langen Nächten aus“, flachste er: Da gebe es die Nacht der langen Gesichter, besser bekannt als Wahlabend. Doch diese Nacht bringe das Lebensgefühl der Mannheimer zum Ausdruck, einer Stadt der Stadtteile.

Mit dem Bus in die Stadtteile

Nun hatten die Gäste Gelegenheit, Bilder der Fotografin Tanja Ebner auf sich wirken zu lassen. Aus Tausenden New-York-Bildern wählte sie 16 aus und bekannte: „Mannheim und Manhatten haben vieles gemeinsam.“ Es war nur eine Station von vielen: An dieser Nacht beteiligten sich 14 Stadtteile mit insgesamt 230 Gewerbetreibenden, in Seckenheim luden 20 Geschäfte ein - und die Besucher kamen in Strömen; der Abend war mild und für einen nächtlichen Bummel durch die Einkaufsstraßen geradezu ideal. Wer wollte, konnte mit einem Shuttlebus in die Stadtteile und zurück gelangen.

Der Kern von Seckenheim war an diesem Abend eine bunte, illustre und facettenreiche Festmeile. Den Geschäftsinhabern ging es weniger um Umsatz, sondern mehr darum, ungezwungen und in einer angenehmen Wohlfühlatmosphäre mit potentiellen Kunden zu plaudern. Und so gab es in den Geschäften ein breites Angebot an kulinarischen Leckereien, außerdem öffneten die Besitzer ihre Türen für Kunsthandwerk und für Musikgruppen. So wurden in der Allianz Hauptvertretung keine Versicherungen verkauft, sondern man konnte an rund 150 Aroma-Lifestyle-Duftstoffen schnuppern.

In der Gärtnerei Blümmel gab es neben dekorativem Blumenschmuck auch recht scharfe Genüsse: Die selbst hergestellten Soßen, die Felix Albrecht den Gästen reichte, trieben ihnen die Tränen in die Augen. „Wow, das hatte es aber in sich“, hauchte ein Tester, der nach einem Getränk Ausschau hielt.

Blaubeerlikör und Gold-Geweih

„Aus Alt mach Neu“ war die Geschäftsidee einiger Damen, die sich selbst „Bastelhexe“ nennen und ihre Geschäftsidee „Upcycling“. Die Gäste, die zum Augenoptiker kamen, warfen dann auch gleich ein Auge auf die handgefertigten Halsketten aus Wolle und die edlen Schals der Hobbykünstlerin Petra Eckard, oder man genehmigte sich gleich nebenan einen der hausgemachten Liköre und testete sich durch die Marmeladen, Spezialitäten aus einem Hofladen. Nahezu überrannt wurde der Weinladen. In und vor dem Geschäft drängten sich die Gäste und probierten sich durch die Weine Europas und aus Übersee.

Auch wenn mancher an ein Eldorado für Vierbeiner dachte – das Geschäft mit den Namen „Leckerli“ bot exotische Delikatessen an. Mit süßen Verführungen lockte daneben eine Apotheke, die ihr Sortiment an diesem Abend um Pralinen ergänzte, bei deren Anblick jedem Besucher das Wasser im Mund zusammenlief. Dann wieder fiel der Blick auf den Stand mit den Geweihen, die mit wertvollen Blattgold, mit Weiß oder Gelbgold veredelt waren – eine echte Wertanlage, die man auch noch an der Wand im Wohnzimmer aufhängen konnte. Davon abgesehen war es auch möglich, noch schnell ein Rezept einzulösen.

Bei Musik die neueste Mode probieren, Blumendekor aussuchen und schlemmen, das gab es alles aus einer Hand, und zwar im Atelierhof. Bei Fröhlich Immobilien war eine Salzmanufaktur zu Gast, die außergewöhnliche Geschmacksnuancen kreierte: Wer hätte gedacht, dass man Salz so veredeln kann, dass es nach Schinken schmeckt. Durstig musste auch niemand den Laden verlassen, denn zum Abschluss wurde ein Blaubeerlikör „blauer Äffe“ kredenzt. Und auch für das Auge gab es noch Genüsse: Der Heidelberger Künstler Andreas Kurus stellte sieben seiner Bilder zur Verfügung.