Seckenheim

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nun hat auch das Stuttgarter Wirtschaftsministerium der Stadt Mannheim attestiert, dass ihre Genehmigung für den Mobilfunkturm in Seckenheim rechtens war. Fast genau ein Jahr, nachdem das Thema vor Ort aufgeschlagen ist, scheint der Protest der Anwohner damit gescheitert.

Für die Betroffenen ist dies eine bittere Pille. Ihr Einsatz, mit großem Elan begonnen und mit viel Mühe, Zeiteinsatz und Kostenaufwand über Wochen fortgesetzt, war offenbar vergebens.

Allerdings kommt dies nicht ganz überraschend. Schon beim ersten Treffen unter dem damals fast fertiggestellten Turm war im Grunde klar, dass dieses Ding nie mehr weg kommt. Die Forderung nach Baustopp oder gar Abbruch war tief empfundene Hoffnung, aber unrealistisch. Warum sollte die Tochter eines Weltkonzerns mit rechtskräftiger Baugenehmigung in der Tasche ihr teuer erstelltes Bauwerk abreißen?

Die politischen Vertreter vor Ort hätten diesen verständlichen, aber nicht erfüllbaren Hoffnungen der Anwohner viel früher mit dem Hinweis auf die Realitäten entgegengetreten müssen; stattdessen haben die Stadtteilvertreter die Bürger im Gegenteil sogar noch darin bestärkt. Und dies leider viel zu lange. Manche tun das noch heute, wenn sie für ein Versetzen des Turms „Chancen“ sehen, während andere endlich Einsicht in die Realitäten zeigen.

Die Politik gibt kein gutes Bild ab: Vor Ort gegen den Turm sein, aber – genau die selben Parteien – im Bund jene Gesetzeslage schaffen, die den aktuellen Konflikt verursacht hat. Die Folgen dessen gehen daher auch über den Turm hinaus. Das Ansehen der Politik und ihrer Vertreter wird nicht ge-fördert. Eher die Verdrossenheit.

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