Seckenheim

Nachruf SPD-Stadtrat Ralph Waibel mit 65 Jahren gestorben

Die Jugend lag ihm am Herzen

Archivartikel

Sein berufliches und sein kommunalpolitisches Wirken galt vor allem zwei Bereichen: dem Sozialen, allen voran der Jugendförderung, sowie seiner Wahlheimat Seckenheim. Für beides wird seine engagierte Stimme fortan fehlen. Wie die SPD-Gemeinderatsfraktion gestern bestätigte, ist Stadtrat Ralph Waibel (Bild) am Sonntag nach schwerer Krankheit verstorben; er wurde 65 Jahre alt.

Im Juli feierte er noch das Erreichen jenes Alters, in dem die meisten bereits ihren Ruhestand genießen. Nicht so der engagierte Waibel: Von der Spitze des Seckenheimer Schifferkinderheims bereits verabschiedet, ließ er sich reaktivieren, übernahm auch noch den Aufsichtsratsvorsitz des Diakonischen Werkes.

Erst spät in den Rat

Auch zur Kommunalwahl im Mai ließ er sich erneut aufstellen. 2009 erstmals angetreten, war er Ende 2015 ins Stadtparlament nachgerückt – mit 62 Jahren. „Das hat auch Vorteile“, sagte er einmal: „Ich muss keine Karriere mehr machen.“

Und dann war da noch sein Verein, der 700 Mitglieder starke SV Seckenheim, den er seit 2010 führte. Der Tod des Vorsitzenden fällt in die Vorbereitungen für das neue Domizil auf der Bezirkssportanlage, für das Waibel viele Jahre geworben hat.

Sein Einsatz in und für Seckenheim (und Friedrichsfeld) war umso bemerkenswerter, als seine Wiege fernab dieser Orte stand: Geboren wurde er am 13. Juli 1953 in Kehl am Rhein. Schon früh zeichnete sich seine Stärke ab: der Umgang mit Menschen. Er machte eine Ausbildung zum Erzieher und Heilpädagogen.

Schifferkinderheim geprägt

1978 kam er nach Mannheim. Zunächst im Wespinstift tätig, bewarb er sich 1982 im Schifferkinderheim; der damalige Leiter nahm ihn „in der Absicht, dass ich – schon damals mit der passenden Barttracht – bei der Nikolausfeier den Nikolaus mache“, wie er immer wieder gerne erzählte.

2003 wurde er Chef dieser Einrichtung und blieb dies 15 Jahre lang. In dieser Zeit änderte sich deren Charakter grundlegend: Obwohl der historische Name blieb, wurde das Schifferkinderheim eine moderne Einrichtung der Jugendhilfe.

Ende 2017 wurde Waibel verabschiedet, doch bald reaktiviert; der Nachfolger hatte einfach nicht gepasst. So kehrte Waibel zurück, „obwohl 45 Jahre Heimerziehung eigentlich genug sind“, wie er damals sagte. Denn ursprünglich hatte er sich auf mehr Zeit für seine Familie und für seine Interessen gefreut. Diese ist ihm nun leider doch nicht mehr geblieben.

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