Seckenheim

Seckenheim Sportstättenkonzept für den Stadtteil umfasst Bezirkssportanlage, Otto-Bauder-Anlage und Stem-Barracks

Drei Standorte, viele Probleme

„Dies ist ein Konzept, das Zukunftsfähigkeit in sich trägt.“ Mit dieser Formulierung beschreibt Sportbürgermeister Lothar Quast das Sportstättenkonzept für den Stadtteil Seckenheim, das der zuständige Fachausschuss des Mannheimer Gemeinderates vergangene Woche mit breiter Mehrheit „zustimmend zur Kenntnis“ nahm (wir berichteten). Seither wird vor Ort über diese Planung intensiv diskutiert.

Das Konzept, das von Uwe Kaliske, Leiter des städtischen Fachbereiches Sport und Freizeit, erarbeitet wurde, umfasst drei Säulen:

Übernahme der Bezirkssportanlage (BSA) durch den Sportverein (SV);

Übergabe von dessen bisheriger Otto-Bauder-Anlage an die Stadt;

Ansiedlung der TSG auf Stem.

Eingeschränkte Nutzung

Am schnellsten zu realisieren ist die Übernahme der BSA durch den SV. „Das könnte bereits im Sommer 2020“ geschehen“, betont Kaliske. Die künftige Nutzung dieses Areals ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Das Gelände liegt nämlich im Landschaftsschutzgebiet, eine Nutzung über den Status quo hinaus ist nicht möglich: „Alles kann nur innerhalb der Zaunanlage erfolgen“, betont Kaliske. „In diesem Rahmen ist eine Ertüchtigung aber möglich.“

Gleichwohl bedeutet diese Einschränkung, dass nicht alle aktuellen Angebote des Vereins auf diesem Gelände untergebracht werden können. „Der SV wird seine Tennisabteilung aufgeben müssen“, meint Kaliske. Und der Verein habe dazu in verschiedenen Gesprächen auch seine Bereitschaft erklärt.

Eine zweite Folge: Die Zersplitterung der Standorte des Vereins wird bleiben. „Der SV möchte natürlich an seiner angestammten Heimat in der Zähringer Straße festhalten.“ Bestandsschutz hat übrigens auch – das versichert Kaliske, um keine Ängste aufkommen zu lassen – die aktuelle Nutzung durch die Schulen.

Die Otto-Bauder-Anlage, welche die Stadt vom SV übernehmen will, um sie für Wohnungsbau zu nutzen, birgt ebenfalls manche Herausforderung. Nicht so sehr für den SV, dem sie bislang gehört; für ihn sollen keine Kosten anfallen im Zusammenhang mit dem, was in der Baubranche „Baureifmachung“ genannt wird, also etwa für den Abbruch bestehender Gebäude. „Wir würden das Gelände übernehmen nach dem alten Grundsatz ,Gekauft wie gesehen‘“, schmunzelt Kaliske.

Für die Stadt jedoch bleibt danach Einiges zu tun. Zum einen muss, damit dieses Gelände bebaut werden kann, zunächst der Bebauungsplan geändert werden. „Bisher ist das Gelände für Sport und Freizeit ausgewiesen“, so Kaliske. Planungsrechtlich müsste daher formal erst noch geregelt werden, dass hier nun Wohnbebauung möglich wird.

Und auch damit ist nicht alles erledigt. „Wir wissen, dass unter dem Tennenplatz eine Hausmülldeponie liegt“, berichtet Kaliske. Diese muss natürlich entsorgt werden – ökologisch und technisch kein großes Problem, aber eben auch nicht billig.

Womit das Thema Geld erreicht ist. Die Bauder-Anlage ist vier Hektar groß, nicht einmal die Hälfte von Hammonds. „Manche nehmen diese 40 000 Quadratmeter und den üblichen Quadratmeterpreis und rechnen die Einnahmen hoch“, berichtet Kaliske. Doch das sei eine Milchmädchenrechnung. Denn nach Abzug der Verkehrs- und Grünflächen, die für ein derartiges Baugebiet ausgewiesen werden müssen, bleiben netto lediglich 70 Prozent übrig, also 28 000 Quadratmeter Baugrund.

Doch das alles ist nichts gegen die Probleme, die auf dem Stem-Gelände warten, auf dem die TSG angesiedelt werden soll. Dort sollen eine Drei-Feld-Halle und ein Lehrschwimmbecken, eine Kaltlufthalle sowie Freiflächen etwa für Hufeisenwerfer entstehen. „Lärmintensive Sportarten wie Fußball werden hier nicht ausgeübt“, versichert Kaliske.

Auch der Weg, wie dieses Gelände in Besitz der Stadt kommt, ist kein einfacher. Nachdem die Stadt die Planung erstellt hat, „müssen wir in Verhandlungen mit der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) eintreten“, so Kaliske. Und Verhandlungen bedeutet in diesem Fall vor allem: Preisverhandlungen.