Seckenheim

Seckenheim Supermarkt am Wasserturm wird ab Juli als „Treff 3000“ fortgeführt

Edeka schließt – was bringt der Neue?

Archivartikel

Was seit einiger Zeit als Gerücht im Vorort kursiert, das ist nun Gewissheit: Der Edeka-Supermarkt nahe dem Seckenheimer Wasserturm schließt zum 30. Juni diesen Jahres. Dies bestätigte die Öffentlichkeitsarbeit von Edeka Südwest auf Anfrage des „MM“. Allerdings will der Lebensmittelkonzern sein Angebot durch ein Tochter-Unternehmen als „Treff 3000“ fortführen lassen.

Den Edeka-Supermarkt in der Badenweiler Straße 42 führt seit mehr als 16 Jahren Dieter Weinle, der sich auch im gesellschaftlichen Leben des Stadtteils engagiert hat, unter anderem als Vize-Vorsitzender des örtlichen BdS und in der Fasnacht.

Doch zum 30. Juni 2018 hat Weinle den Vertrag nun gekündigt. „Herr Weinle gibt den Markt aus persönlichen Gründen ab“, erklärte die Pressereferentin von Edeka Südwest, Isabell Schönhuth, dem „MM“. Weinle selbst wollte gestern noch nichts zu den Gründen sagen, kündigte aber an, sich im Mai vor der Presse gerne dazu zu äußern: „Das Geschäft ist ja jetzt erst einmal nach wie vor offen“.

Ein Nachfolger, der diesen Standort als Vollsortimenter weitergeführt hätte, habe sich jedoch nicht finden lassen, so Schönhuth. Aus diesem Grunde will Edeka den Standort an seine Tochtergesellschaft „Treff-Discount“ übergeben und das Geschäft damit im Rahmen eines sogenannten „Treff 3000“ fortführen. Dadurch „wird die Nahversorgung in Mannheim-Seckenheim weiterhin gesichert sein“, betont die Pressesprecherin des Unternehmens.

Die Zusicherung sorgt vor Ort zumindest für ein wenig Erleichterung. Eine komplette Schließung „wäre ein weiterer schwerer Schlag, vor allem für alle die, die ohne Pkw sind, wie Ältere, Behinderte und Mütter mit Kindern“, meint Bürgermentor Manfred Fischer; er verweist auf die bisher bereits negative Entwicklung: „Viele Einkaufsgeschäfte wie dm, Lidl und Aldi sind schon lange aus Seckenheim verschwunden.“ Geblieben ist etwa der Penny-Markt an den Planken, wo im März 2017 auch ein Wochenmarkt eröffnet wurde.

Zudem bestätigt Schönhuth, dass Edeka sogar an eine Expansion an einer anderen Stelle in Seckenheim denkt – und zwar in jenem Quartier, das auf dem Gelände der bisherigen Hammonds-Barracks entstehen soll. Dazu „kann ich sagen, dass wir nach wie vor an diesem Standort interessiert sind“, so Schönhuth.

Nachfrage dafür wäre vorhanden. Wie die jüngste Bestandsaufnahme der Stadt im Rahmen ihres Zentrenkonzeptes feststellt, liegt die Kaufkraftbindung bei Nahrungsmitteln in Seckenheim nur bei 46 Prozent – und damit erheblich niedriger als in den meisten anderen Mannheimer Stadtteilen: „Es besteht eine rechnerische Unterversorgung in Seckenheim“, heißt es in der Analyse.