Seckenheim

Ein guter Abend für Seckenheim

Die jüngste Sitzung des Seckenheimer Bezirksbeirates kann als Erfolg verbucht werden. Da-mit ist nicht ihre Dauer gemeint, die dank der Sitzungsleitung von Bürgermeister Lothar Quast endlich einmal unter der für Seckenheim geradezu sensationell kurzen Marke von drei Stunden blieb; nein, vor allem inhaltlich hat der Abend den Stadtteil ein gutes Stück voran gebracht.

Mit ihrem Sportkonzept hat die Verwaltung es – endlich und längst überfällig – geschafft, einen jahrzehntelang schwelenden Dauerbrenner zu löschen. Das Projekt ist durchdacht und praktikabel. Dass die Stadt für seine Umsetzung drei Millionen Euro in die Hand nimmt, ist in Zeiten wie diesen keine Selbstverständlichkeit und ein Erfolg, um den andere Stadtteile die Seckenheimer nur beneiden können.

Insofern ist die Krittelei, die sich in der Sitzung an diesem Konzept entzündete, nicht nachvollziehbar. Einwände nach dem Motto, die jetzige Lösung sei nicht ideal, lassen Maß vermissen. Was im Leben ist schon ideal?

Abschied von Illusionen

Und die Lösung, die von manchen als ideal angesehen wird, ist es gar nicht. Wer immer noch von einem Riesen-Sportgelände auf der grünen Wiese, also bei den Schützen, träumt, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. In der Ära des Klimawandels einen Landschaftszug mit Sportplätzen zuzupflastern, ist eine Idee, die allenfalls im zeitlichen Umfeld der gegenwärtigen Fasnachtskampagne erklärt werden kann. Es bleibt richtig, ein bereits versiegeltes Gelände weiterhin sinnvoll zu nutzen statt bislang unberührtes Gelände neu zu bebauen.

Gerade deshalb völlig unverständlich ist das Nein der Grünen zur Bebauung der Otto-Bauder-Anlage. Wer Wohnraum schaffen will, dafür aber weder ein ehemaliges Kasernengelände wie Stem noch bisheriges Sportgelände wie die Otto-Bauder-Anlage nutzen will, der muss sich fragen lassen: Wo sonst soll in Seckenheim noch Wohnraum entstehen können? Wenn ein Gelände sich für Wohnungsbau eignet, dann die von Häusern komplett umgebene Otto-Bauder-Sportanlage.

Ach ja, ein weiterer Dauerbrenner ist ebenfalls abgeräumt: Der Zabbe-Brunnen kommt wieder auf die Planken. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

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