Seckenheim

Ein Konzept geht K.o.

Archivartikel

Konstantin Groß zur Entwicklung der Sportstätten-Debatte

Die Seckenheimer Bezirkssportanlage (BSA) darf nicht ausgebaut und kann damit auch nicht intensiver genutzt werden. Nach den eindeutigen Worten von Oberbürgermeister Peter Kurz bei seinem Stadtteilrundgang gibt es daran nun keinen Zweifel mehr. Ein zentraler Pfeiler des örtlichen Sportstätten-Kooperationsmodells ist nunmehr weggebrochen. Damit ist dieses Konzept de facto tot. Aber richtig am Leben war es schon in den letzten Wochen nicht mehr.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Dass zwei traditionsreiche Vereine sich auf den Weg machen, aktuelle Probleme ohne Rücksicht auf historischen Ballast lösen zu wollen, hat stadtweit Aufmerksamkeit gefunden. Und es war ja in der Tat eine kleine Revolution, dass sich ein „roter“ und ein „schwarzer“ Verein sogar darauf verständigten, eigene Angebote zu Gunsten des jeweils anderen aufzugeben.

Vor allem die TSG, von großer Raumnot geplagt, verlor jedoch langsam die Geduld, griff neue Vorschläge dankbar auf, die sich ihr zu bieten schienen. Der SV wiederum kam bei der Stadt mit seinen Ideen vom Tausch Bauder-Anlage/BSA nicht recht weiter. Jetzt weiß man auch, warum.

Dass Oberbürgermeister und Sportamts-Chef dies so deutlich sagten, das mag für manche ernüchternd sein; eine Überraschung kann es nicht darstellen. Die Rahmenbedingungen sind zu eindeutig, um daran zweifeln zu können: Die Lage mitten im Landschaftsschutzgebiet und die unzureichende Verkehrserschließung. Und wer die schmalen Gässchen des Ortskerns kennt, durch den sich der Zustrom der Sportlerautos quält, der kann, ja der muss dies nachvollziehen.

Und die angebliche Ideallösung einer direkten Anbindung der BSA durch einen neuen Übergang über die OEG? Ein ungedeckter Scheck! Denn das wird nach Eisenbahnkreuzungsgesetz verhandelt, und das ist schwierig; selbst für die Seckenheimer Feuerwache war dies ein wahrer Akt.

Zudem bleibt die Frage, die der Oberbürgermeister vor Ort in die Runde warf: Ob man heutzutage dem Autoverkehr wirklich immer und überall hin hinterherbauen soll. Die Stadt für sich entscheiden: Nein. Und sie hat Recht.