Seckenheim

Seckenheim Ökumenische Nacht der offenen Kirche in St. Aegidius / Musikprojekt „Kinder des Lichts“ vom Gregor-Linßen-Trio

Ein Konzert für Augen und Ohren

„Kinder des Lichts“ heißt das Musik- und Textprojekt aus der Feder der Komponisten und Liedermachers Gregor Linßen. Der Titel passt zu der Mischung aus verschiedenen christlich geprägten Texten und Lichtinstallationen mit wechselnden Farben und Intensitäten, die nach und nach den ansonsten kühlen und schmucklosen Raum füllen.

Los geht es mit Gitarrenklängen in der noch dunklen St. Aegidiuskirche, erst allmählich wird es heller, bis schließlich warme, inspirierende Lichttöne den Innenraum des Gotteshauses füllen. Das „Gregor-Linßen-Trio“ bietet den Zuschauern im dicht besetzten Mittelschiff der katholischen Kirche weit mehr als die Aneinanderreihung von Liedern und solistischen Musikstücken.

Bei der Ökumenischen Nacht der offenen Kirche erlebt das Publikum vielmehr, begrüßt von Manheims Stellvertretendem Dekan, Pfarrer Markus Miles, ein zweistündiges Konzert, das mit Augen und Ohren erlebt werden kann, einen Abend zum Ausruhen und Nachdenken.

Die Veranstaltungen am Abend des Reformationstags und am Vorabend zu Allerheiligen, die seit Jahren abwechselnd in der evangelischen oder katholischen Kirche stattfinden, haben mittlerweile Tradition - ebenso wie das abschließende Segensgebet, das Miles zusammen mit Pfarrer Helmut Krüger spricht.

Stars der Neuen geistlichen Musik

Doch zuvor geht es um die herrschende Dunkelheit und die Spur zum verheißenen Licht, dargestellt in melancholischen Liedern und mit Textstellen aus dem Neuen Testament. Komponist Linßen, längst bundesweit ein Star der Neuen geistlichen Musik, bekommt dabei Verstärkung durch den eindrucksvollen Gesang von Christina Herold und die Klänge des hervorragenden Gitarristen Martin Weiß, immer wieder unterbrochen durch bedenkenswerte wörtliche Anregungen, in denen erzählt wird von der Suche nach Sinn und Glück.

Immer wieder gibt das virtuose Gitarrenspiel in Weiß´ Soli den Zuhörern Raum, um eigenen Gedanken nachzuhängen. Dann sind es wieder die Texte: Ob es nun um das Friedenslicht aus Bethlehem geht, um die Frage, ob es denn einen Himmel auf Erden geben könne oder um die Bitte nach dem Geist der Weisheit, Linßen kommt verständlich herüber, bleibt seiner musikalischen Linie treu und gibt nur selten rockigen Klängen eine Chance.

Auftritt auch an Allerheiligen

Schließlich singt er von Grenzen, die überschritten werden können, von Freude und von Visionen einer besseren Welt. Immer wieder wird es dazwischen still - als sich die Zuhörer endlich trauen, zwischen den Liedern zu applaudieren, ist das Konzert schon fast vorüber. Doch umso heftiger fällt schließlich der Beifall am Ende aus.

Vorbei ist der Abend damit noch nicht: Wie es bei der Seckenheimer Nacht der Ökumene Tradition ist, wird nun zum gemeinsamen Imbiss und Umtrunk eingeladen - im Mittelpunkt sollen Raum und Zeit zur Begegnung stehen. Am nächsten Tag, Allerheiligen, steht während der katholischen Eucharistiefeier in St. Aegidius die Messe „Kommt und seht“ auf dem Programm. Außerdem können die Besucher noch einmal Musik von Christina Hernold, Gregor Linßen und Martin Weiß erleben.