Seckenheim

Seckenheim Stimmungsvolle 36. Bankfasnacht pflegt lange Tradition / Viele Orden verteilt

Ein Saal voller Kappen

Archivartikel

Wann und wo haben die Fasnachter aus der Stadt, fast allen Stadtteilen und dem ehemaligen Landkreis Mannheim sonst Gelegenheit sich in so großer Zahl zu treffen, ohne selbst organisatorisch in der Verantwortung zu sein? Es war in den frühen achtziger Jahren, als die damalige Volksbank Seckenheim zunächst fünf Fasnachtsdelegationen zum närrischen Tresorknacken einlud. „Aus diesen auch nicht gerade kleinen Anfängen entwickelte sich der Traditionstermin zwei Wochen vor Aschermittwoch, der getrost größtes regionales Karnevalistentreffen genannt werden darf“, so Heiner Kraus, Mitbegründer und viele Jahre Moderator des mächtigen Narrentreffens.

Delegationen der Sandhase, von Fröhlich Pfalz, Feuerio, Grumbe, Pilwe, Lallehaag, Narrebloos, Aulaner, Insulana, Kälble, Kummetstolle, Ratze, Schlabbdewel, Ex-Prinzen, CC Waldhof, Karnevals Kommission, Spargelstecher, Löwenjäger, GroKaGeLi, Traditionskorps, Narrengilde, Gowe, Schlabbmäuler oder Seggema Zabbe, dazu jede Menge Präsidenten und natürlich über ein halbes Dutzend Lieblichkeiten und Prinzen schaffen ein farbiges Meer verschieden glitzernder Narrenkappen und wippender Fasanenfedern.

Der große Saal des Seckenheimer Schlosses ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Und so strahlen denn auch die Bankdirektoren der heutigen VR Bank Rhein-Neckar, Michael Mechtel und Michael Düpmann, um die Wette. Düpmann schließt seine sympathisch kurzen Grußworte mit ersten drei Ahois auf die 36. Bankfasnacht und übergibt dann das Zepter des Abends an die drei ehrenvollen Fasnachts-Moderatoren Jürgen Zink, Hansjörg Ebert und Georg Wolf.

Schon zuvor hat die Band um Jens Huthoff samt Sängerin Tamara Pusch ordentlich für Stimmung gesorgt. Als dann das Mannheimer Stadtprinzenpaar die Bühne betritt, folgen alle Prinzessinnen und Prinzen zum prächtigen Gruppenbild. Im Laufe des Abends nutzen die Narrengilden die Gelegenheit Bankmitarbeiter zu „ordentlichen“ Menschen zu machen. Die revanchieren sich ebenfalls mit einem VR Bank-Orden, es gibt also Orden en masse.

Die Narren freuen sich über diesen Abend, an den sie selbst Gast sind und somit auch die drei ausgewählten Programmpunkte genießen können. Große Anerkennung und Raketen gibt es da für „Die Tenöre“, der Playback-Showgruppe des Karnevalvereins Kummetstolle aus Neckarhausen, geleitet von Stephanie Maiwald und Darline Stahl. Die Persiflage auf den ZDF-Fernsehgarten, samt Rope-Skipping-Einlage, holt sogar Rudi Carrell aus der Gruft und bekennt am Ende „Der Eintritt kostet den Verstand“, einfach lustig.

Männer tanzen mit Verstärkung

Nicht weniger Spaß bereitet der Auftritt der Garde der Wallstadter „Gowe“, angeleitet von Bianca Beck und Katharina Becker, die aus ihrem Tanz der Froschkönige keine Affäre machen. Um den Auftritt zu retten, der sonst hätte krankheitsbedingt ausfallen müssen, mischten sich unter die Männer der Tanzgruppe „Suleiman“ des Lallehaag aus Feudenheim, mit Saskia Schüssler und Susanne May zwei Damen, die dafür viel Beifall erhalten.

Die Stimmung unter den Narren ist prächtig, und dazu passt, dass zum Abschluss die fünf Karnevalsgruppen vom Unteren Neckar, aus Seckenheim, Ilvesheim, Friedrichsfeld, Edingen und Neckarhausen, spontan ihr „In-Zabb-Schlabb-Ku-Kä-Lied“ singen und der Saal stehend einstimmt.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/seckenheim