Seckenheim

Seckenheim Freunde des Zabbe-Brunnens bereiten die Gründung einer Initiative für seine Wiederaufstellung auf den Planken vor

„Endlich Bürger einbeziehen“

Archivartikel

In Seckenheim hat die Diskussion über die Zukunft des Zabbe-Brunnens eine neue Stufe erreicht: Heute wird die Gründung einer Bürgerinitiative für den Standort auf den Planken vorbereitet. „In den kommenden Wochen wollen wir mit verschiedenen Aktivitäten an die Öffentlichkeit treten und für eine erneute Entscheidung, diesmal unter Beteiligung der Bürger, kämpfen“, erklärt der Initiator, der Vorsitzende der Angelsportler, Berthold Arnold, im Gespräch mit dem „MM“.

12 Uhr mittags im „Fischerhäusl“, dem Vereinsheim. Berthold Arnold hat zum Pressegespräch eingeladen. „Als ich das beim Frühstück im ‘MM‘ gelesen habe, da ist mir der Tee eingefroren“, meint er unter Hinweis auf den Artikel vom Dienstag über die Stellungnahme des Bezirksbeirates, in dem dieser seine Haltung für den Standort Badener Platz begründet: „Ich frage mich, wieso man den Zabbe-Brunnen unbedingt am Badener Platz haben will.“

Für Arnold ist das nicht nachvollziehbar. Der 71-Jährige ist eben ein „Ur-Seggema“. Sein Elternhaus liegt im Hunsrück, dem ältesten Teil des Vorortes. „Schon mein Vater und mein Großvater haben hier gelebt“. berichtet er sichtlich bewegt. Und beide waren schon in jenem Verein aktiv, den Berthold Arnold seit vielen Jahren leitet.

„Ich und viele Mitbürger sind der Meinung, dass der Brunnen – wie in fast allen Ortsteilen in Mannheim – auch in Seckenheim in die Ortsmitte gehört“, betont er: „Und das kann nur auf den Planken sein.“

„Fehler korrigieren“

Arnold äußert sich auch zur zentralen Kritik der Bezirksbeiräte an den Planken-Befürwortern. Im Vorfeld des Umbaus der Planken seien Pläne gezeigt worden, auf denen der Brunnen nicht verzeichnet gewesen sei – doch niemand habe etwas gesagt.

„Das stimmt“, bekennt Arnold: „Es wurde wohl von allen versäumt, danach zu fragen.“ Wohl auch, weil es außerhalb jeder Vorstellungskraft lag, dass der Brunnen nicht wieder dort aufgestellt würde. „Doch als wir das gemerkt haben, haben wir es sofort moniert“, erinnert Arnold: „Man kann ja Fehler auch korrigieren.“

Auch den Verweis des Bezirksbeirates auf eine frühere Sitzung der Interessengemeinschaft der Vereine, die eine Mehrheit für den Badener Platz ergab, lässt Arnold nicht gelten: „Das war im August 2015, vor mehr als drei Jahren“, betont er: „Viele Vereine waren dort gar nicht vertreten.“ Sein eigener auch nicht: „Repräsentativ war das also nicht.“

Kritik übt Arnold auch am Vorgehen des Bezirksbeirates: Eine öffentliche Diskussion des Gremiums mit den Bürgern darüber „hat nie stattgefunden“, beklagt er: „Im Gegenteil: Bei mehreren öffentlichen Bezirksbeiratssitzungen wurde das Thema immer wieder abgewürgt.“

Konkret bezweifelt er die von den Befürwortern des Badener Platzes genannten Kosten für den Standort Planken in Höhe von 650 000 Euro: „Woher kommt denn diese Zahl?“, fragt Arnold, bis zu seiner Rente selbst in einem technischen Beruf.

Am meisten empört Arnold und seine Mitstreiter jedoch, dass unterschwellig die Authentizität der 400 Unterschriften in Frage gestellt werde, mit denen sich die Bürger für den Standort Planken ausgesprochen haben: „Ich empfinde das als bodenlose Frechheit und Unverschämtheit den Bürgern gegenüber.“

Heute wollen sich die Initiatoren treffen, um die formale Gründung der BI vorzubereiten. Zu ihnen gehören bekannte Vertreter des öffentlichen Lebens vor Ort – neben Arnold der langjährige Vorsitzende der IG der Vereine, Werner Bordne, sowie Andreas Hänssler, Chef der TSG, des größten Vereins am Ort. Mit einer großen Veranstaltung „für und mit den Bürgern“ wollen sie im Oktober an die Öffentlichkeit treten: „Die Plakate sind schon entworfen.“

Parallel läuft eine neue Unterschriftenaktion. Listen dafür werden in Gaststätten und Geschäften ausgelegt. Auch bei der Kerwe am dritten Oktober-Wochenende wird die BI präsent sein: „Wir wollen, dass die Bürger endlich einbezogen werden.“