Seckenheim

Seckenheim Historiker und Verwandte gedenken des ehemaligen Bürgermeisters Johann Georg Hörner / Neue Stele eingeweiht

Erinnerungen an ein großes Vorbild

Archivartikel

„Wir sind zusammengekommen, um einen Mann zu ehren, der vor genau 200 Jahren seine politische Laufbahn begann“, so Dietmar Schmeiser, Nachfahr von Johann Georg Hörner. Dieser war als Seckenheimer Bürgermeister nicht nur Inhalt eines Liedes von Hoffmann von Fallersleben. Er war auch, so Stadträtin Marianne Seitz als Vertreterin des Mannheimer Oberbürgermeisters, „ein Demokrat lauterster Gesinnung und größter Uneigennützigkeit“. Hörner, Abgeordneter im Badischen Parlament und Verfechter einer rechtsstaatlichen Ordnung, war ab 1832 Seckenheimer Bürgermeister, erstmals demokratisch gewählt. Abgesetzt wurde er nach der fehlgeschlagenen Revolution 1849 vom zurückgekehrten Großherzog.

Nach dem 1999 aufgeführten Seckenheimer Revolutionsspiel und einem Aufsatz in den Mannheimer Geschichtsblättern war es vor zwei Jahren der Historische Verein Seckenheim, der sich dem Wirken Hörners abermals zuwandte. Dabei wurde festgestellt, dass es einst ein Grabmal für den 1873 mit 88 Jahren verstorbenen Landes- und Kommunalpolitiker gab, das auf Beschluss des damaligen Gemeinderats „auf Dauer zu erhalten ist“.

Ein Foto aus den frühen 1930er Jahren dokumentiert das Denkmal, das 1960 einfach weggeräumt wurde. Und was tat der Historische Verein? Er nahm Kontakt zu den Nachfahren Schmeiser, Imser und Herdt auf, organisierte einen Vortrag mit Autor Benedikt Noe und stellte Fakten aus den Nachforschungen von Hansjörg Probst aus dem Marchivum (Stadtarchiv Mannheim) und dem Karlsruher Landesarchiv zusammen.

Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Ralf Busch, begrüßte nun auf dem Friedhof zahlreiche Bürger und Interessenten, darunter auch die Stadträte Nina Wellenreuther, Christopher Probst und Altstadtrat Richard Karl. Aber auch Bezirksbeiräte sowie, als Vertreter der Kirchen, Claudia Krüger und Winfried Trinkaus, zudem das Vorstandsduo der Vereinsgemeinschaft, Jürgen Zink und Willi Pint, sowie Nachkommen Hörners.

Jens Bortloff referierte über ein Lied des Verfassers der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben. Der war vom Engagement Hörners so beeindruckt, dass er das Lied „Der Bürgermeister von Seckenheim“ schrieb, in dem Hörner Drohungen und Wahlbeeinflussungen energisch entgegentritt und couragiert demokratische Rechte einfordert. Ein Dutzend Sänger des Singkreis Seckenheim und ein Quintett des Jugendsinfonieorchesters Mannheim trugen das Werk vor.

Dass sich Hörner der Badischen Revolution anschloss und danach sein Amt verlor, macht seine politische Vorbildfunktion, gerade in der heutigen Zeit, noch bedeutender, wurde von Schmeiser und den Rednern mehrfach betont. Deshalb hatten die Nachfahren auch die Kosten einer dem Original sehr nahekommenden Stele sowie der Gedenktafel übernommen und mit Unterstützung des Mannheimer Friedhofsbetriebs aufgestellt. hat

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