Seckenheim

Seckenheim In den ehemaligen Hammonds-Barracks werden in diesen Tagen die Grundlagen für den Bau von 400 Wohnungen gelegt / Erste Neubürger ab 2022

Erschließung beginnt noch im Februar

Archivartikel

In wenigen Tagen ist es soweit: Auf dem Gelände der ehemaligen Hammonds-Barracks im Süden Seckenheims beginnt die Erschließung für ein neues Quartier mit rund 400 Wohneinheiten. Dies gab deren Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Bonn, gestern bekannt. Im Jahr 2022 sollen die ersten der insgesamt bis zu 1000 Neubürger einziehen können.

Bis zum jetzigen Stadium war es ein weiter Weg – von der Freigabe des Geländes durch die Amerikaner am 1. Juli 2011 über die langwierige Planung mit einem städtebaulichen Wettbewerb und einer Bürgerbeteiligung mit zahlreichen Info-Veranstaltungen, schließlich unterbrochen durch die plötzliche Notwendigkeit, von 2015 bis 2017 Flüchtlinge unterzubringen. Doch nun geht los, und das wird man auch sehen.

Baumbestand teilweise erhalten

Noch in diesem Monat beginnt die Fällung von Bäumen. „Bei der Planung wurde großer Wert darauf gelegt, dass möglichst viele der vorhandenen Bäume erhalten werden können“, versichert Projektmanagerin Martina Block. Doch bei den nun zu fällenden 90 Bäumen gelinge dies wirklich nicht, weil sie auf Flächen stehen, die für die künftigen Straßen oder Gebäude vorgesehen sind. „Für jeden Baum wurde einzeln geprüft und erläutert, warum er gefällt werden soll“, betont BImA-Pressesprecher Thorsten Grützner: „Vor Beginn der Abrissarbeiten wurden zudem die Belange des Naturschutzes berücksichtigt“, versichert er.

Das bedeutet konkret: Um die Folgen der Baumfällung ökologisch so schonend wie möglich zu gestalten, installiert die BImA 30 Nistkästen. Diese sollen dafür sorgen, dass „zu Beginn der Brutzeit ausreichende Nistmöglichkeiten für die Vögel vorhanden sind.“

Straßen werden neu gebaut

Zudem verweist die BImA darauf, dass immerhin 69 Bäume stehen bleiben – vor allem die Silber- und Winterlinden sowie Rosskastanien im Bereich des alten Exerzierplatzes, auf dem als „grüne Mitte“ ein 6600 Quadratmeter großer Park mit Grünflächen entstehen soll. Und natürlich wird für die wegfallenden Bäume Ersatz geschaffen, werden neue gepflanzt – nach BImA-Angaben vom Januar sind es am Ende 140.

Nach den Baumfällarbeiten wird das Baugelände „freigeräumt“, wie es in der Fachsprache heißt. Das bedeutet: Die nicht mehr benötigten alten Gebäude werden abgerissen, die Flächen entsiegelt und Bodenbelastungen beseitigt. Im Herbst werden neue Leitungen verlegt, Straßen gebaut, Grünflächen angelegt.

Gebäude, die nicht erhalten werden sollen, werden abgerissen. Insgesamt sind es zehn, unter ihnen die Sporthalle der Amis und die angrenzenden Gebäude sowie zwei Blöcke am äußersten Rand des Geländes.

Ein Teil der Bausubstanz, insgesamt fünf Gebäude, sollen als bewusste Referenz an die Geschichte des Areals erhalten bleiben: drei Blöcke direkt an der Seckenheimer Hauptstraße und vor allem das noch unversehrt erhaltene frühere Stabsgebäude der Amerikaner; das Erdgeschoss ist für Gastronomie vorgesehen – möglicherweise mit Außenbewirtung auf der Terrasse.

Um die 400 Wohneinheiten werden zur Verfügung stehen, davon 80 in Einfamilienhäusern (etwa 35 als freistehende und 45 als Reihenhäuser). 316 Wohnungen bestehen in Mehrfamilienhäusern. Gemäß Beschluss des Gemeinderates, wonach 30 Prozent preisgünstigen Wohnraum enthalten müssen, sind davon etwa 100 Einheiten für einen Mietpreis von maximal 7,50 Euro vorgesehen. Sie sollen in den drei erhalten bleibenden Blöcken entlang der Hauptstraße und in angrenzenden Neubauten ausgewiesen werden. Die Einfamilienhäuser entstehen im Süden des Areals, also auf dem Gelände um die jetzige Sporthalle.

Auch für die soziale Infrastruktur ist gesorgt. Auf dem Gelände des heutigen Bundeswehr-Karrierecenters wird nach dessen Räumung – nicht vor 2022 – ein Supermarkt gebaut. Bewusst unmittelbar in Nähe der „grünen Mitte“ wiederum ist eine Kindertagesstätte vorgesehen.

Wohl Ende des Jahres beginnt die Vermarktung der Grundstücke. „Die BImA“, so Martina Block, „leistet mit der Entwicklung des Areals einen aktiven Beitrag zur Bewältigung der aktuellen wohnungspolitischen Herausforderungen .“

Info: Zur Geschichte der Kasernen: bit.ly/Zeitreise-Hammonds