Seckenheim

Seckenheim Bezirksbeirat zieht Zwischenbilanz der neuen Linie 43 / Forderung nach Änderung

Für Verzicht auf Bus durch Rastatter Straße

Archivartikel

Rund vier Monate nach Einführung der neuen Linien für die Busse der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) in Seckenheim hält die Kritik unvermindert an. Auf seiner jüngsten Sitzung fordert nun der Bezirksbeirat, vor allem die Führung durch die enge Rastatter Straße nicht umzusetzen. Die RNV verweist auf ihre noch ausstehende Zwischenbilanz.

Der erste Satz im Statement des RNV-Vertreters gerät ihm unfreiwillig komisch: „Es gab Einiges an Resonanz“, sagt Jürgen Hoffmann und löst damit im Saal Raunen, ja Gelächter aus. Denn das ist leicht untertrieben: Seit Wochen hagelt es Kritik von Seiten der Anwohner, eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. „Wir haben sehr viele Fragen bekommen und bekommen immer neue“, berichtet Hoffmann. Für die Beantwortung bittet er um Geduld.

Zahl der Fahrten nicht zu hoch

Doch auch der Bezirksbeirat hat Fragen. Etwa zur Zahl der Busfahrten, die von den Anwohnern als unverhältnismäßig hoch empfunden wird: „Die Busanzahl in Seckenheim ist nicht untypisch hoch für Mannheimer Wohngebiete“, betont Hoffmann. Im Inneren Heckweg etwa sind es 80 pro Tag, vier je Stunde hin und zurück: „Das liegt zum Beispiel deutlich unter der in der Schönauer Straße in Sandhofen.“ Dort sind es 14 Fahrten je Stunde hin und zurück.

Das Büßerhemd streift Hoffmann dagegen über beim Thema Größe der Busse: „In der Tat hatte ich Ihnen im Vorfeld versprochen, dass wir mit Midi-Bussen fahren.“ Dass dies derzeit dennoch nicht geschieht, liege an der Großbaustelle in der Schwabenstraße. Dennoch prüft die RNV derzeit, ob ab Dezember oder vielleicht sogar schon früher doch Midi-Busse eingesetzt werden können.

Suche nach Lösungen

Die Kritik der Anwohner, durch die neue Linienführung und dafür zusätzlich eingerichtete Haltestellen sei wertvoller Parkraum weggefallen, kann Hoffmann dagegen nicht nachvollziehen: „Insgesamt gibt es nur sechs Stellplätze weniger.“

In besonders engen Straßen wird schon jetzt nach Besserung gesucht. „In der Meßkircher Straße prüft die Verkehrsbehörde der Stadt die Einrichtung einer unechten Einbahnstraße“, kündigt Hoffmann an.

Ähnlich eng sieht es ja in der Rastatter Straße aus: „Diese Linienführung wird auch von der Verkehrsbehörde sehr kritisch gesehen“, bekennt Hoffmann. Eine Bewertung will er dennoch noch nicht vornehmen. Immerhin verkehrt wegen des Krans hier noch überhaupt gar kein Bus. Da müsse man erst einen längeren Probebetrieb abwarten.

Schon jetzt macht Hoffmann jedoch auf jenen Punkt aufmerksam, der einer von Anwohnern geforderten Verlegung entgegenstehe: „Bei der Fahrt durch die Hauptstraße und die Badener Straße entsteht eine Erschließungslücke im Ortskern.“

„Die Rastatter Straße macht uns aber wegen der Schule am meisten Bauchweh“, bekennt Bezirksbeirätin Sabine Stanke (CDU). Ihrem Kollegen Jochen Güniker schwant Böses, wenn er an die Zustände denkt, die schon jetzt in der Meßkircher Straße herrschen: „Da muss der Bus großteils über die Gehwege fahren.“ „Hier könnten die Anwohner aus ihren Häusern den Fahrgästen im Bus die Hand geben“, formuliert Stadträtin Marianne Seitz.

Auch Lob für die neuen Linien

Güniker plädiert daher schon jetzt dafür, auf die Führung der Busse durch die Rastatter Straße zu Gunsten der Badener Straße zu verzichten. „Als die Hauptstraße umgebaut wurde, ging das auch“, erinnert Marianne Seitz. „Lassen Sie es sein! Tun Sie sich das nicht an!“, appelliert Evi Korta-Petry (SPD) an die RNV, auf die Rastatter Straße zu verzichten.

„Ich bin da völlig schmerzfrei“, sagt Michael Winnes, Geschäftsführer der Mannheimer Kommunalbeteiligungen (MKB), zu der die RNV gehört: „Das Ziel einer optimalen Erschließung darf jedoch nicht leiden. Und wenn ich Wohngebiete besser erschließen will, muss ich durch Wohngebiete fahren“, argumentiert er. Dass die RNV auf dem richtigen Weg sei, zeige ihm, wie die neue Linienführung durchaus auch viel Zuspruch erfahre: „Es ist nämlich keineswegs so, dass es nur Kritik gibt.“