Seckenheim

Seckenheim Kundgebung der Interessengemeinschaft Vereine

„Gewalt ist keine Lösung“

Archivartikel

Bereits sechszehn Jahre ist die Demonstration und Gegendemonstration Rechtsextremer und Autonomer auf den Planken vor dem Rathaus her. Seckenheim blieb damals nur dank massiven Einsatzes von mehr als eintausend Polizeikräften von schwerwiegenden Schäden verschont. Um Seckenheim zu schützen, beschloss die Interessengemeinschaft Seckenheimer Vereine und Organisationen (IG) daraufhin, künftig jedes Jahr selbst eine Demonstration durchzuführen.

Auf dem Badener Platz trafen sich nun wieder etliche Bürger, Vereinsvertreter und Politiker, um zum 1. Mai friedlich gegen Extremismus und Gewalt zu demonstrieren und dadurch Seckenheim vor Extremen zu schützen. Die lokale Kundgebung fand wieder dort statt, wo man sich bereits 2003 für Freiheit und Toleranz einsetzte. Jürgen Zink, IG-Vorsitzender, erklärte im Beisein seiner Vorstandsmitglieder Willi Pint und Nicole Kreusel, dass man einerseits Seckenheim vor anderen Kundgebungen schützen und zweitens öffentlich zeigen wolle, wie man sich gemeinsam die Gestaltung des örtlichen Lebens unter Demokraten vorstelle.

Dies unterstrich auch Peter Koch der die „Seckenheimer Erklärung“ vorlas. Der 19-Jährige aus dem Schifferkinderheim, der sich auch ehrenamtlich in der Jugendarbeit in Friedrichsfeld engagiert, hat sich sofort bereit erklärt, den Text zu verlesen. Schließlich sei es ihm auch persönlich wichtig, zu zeigen, dass „Gewalt keine Lösung für Schwierigkeiten ist“ und außerdem wolle er auch gerne Verantwortung übernehmen.

Schifferkinder mit im Boot

Das Schifferkinderheim umrahmt schon seit etlichen Jahren die Kundgebung. Und auch in diesem Jahr freute sich Heimleiter Ralph Waibel darüber, dass ein Jugendlicher die Erklärung vorlas, in der aufgefordert wird, Gesellschaft miteinander und nicht gegeneinander zu gestalten. Das solle von gegenseitigem Respekt getragen werden. Extremismus und Gewalt seien abzulehnen, schließlich gehe es darum, jedem Menschen guten Willens ein lebenswertes Umfeld zu ermöglichen, das Raum lasse sich in gegenseitiger Verantwortung frei zu entfalten.

Weitsicht gezeigt

Kundgebung und Erklärung, so waren sich alle Anwesenden einig, sind nach wie vor aktuell. „Über die damalige Weitsicht der Interessengemeinschaft kann man stolz sein“, fasste es Zink zusammen und bedankte sich bei allen Teilnehmern, die sich mit ihrer Anwesenheit in den Dienst der gute Sache stellen und damit für Frieden eintreten. An der Kundgebung nahmen auch Vertreter der Politiker teil. Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel, Stadträtin Marianne Seitz sowie die Bezirksbeiräte Evi Korta-Petry, Edith Hufnagel und Günther Lohse wollen auch für Demokratie und Gerechtigkeit vor Ort eintreten. sane