Seckenheim

Seckenheim Projektgruppe diskutiert mit den Bürgern künftige Nutzung des drei Hektar großen Gebietes direkt an der Autobahn

Grübeln über Zukunft des Stem-Areals

Archivartikel

Die Planung einer neuen Nutzung für das Gelände der sogenannten Stem-Barracks direkt an der Autobahn 656 kommt allmählich voran. Bei einer stark besuchten öffentlichen Informationsveranstaltung im Siedlerheim stellte die von der Stadt eingesetzte Planungsgruppe jetzt die Rahmenbedingungen für das Projekt vor. Außerdem konnten die Bürger ihre Ideen und Wünsche für die künftige Nutzung des drei Hektar großen Gebietes vorbringen.

Das Areal der Stem-Barracks ist die kleinste der zahlreichen Konversionsflächen in Mannheim, auf Grund der Geografie jedoch auch eine der kompliziertesten. Zwar ist die Lage direkt am Ortsrand in der Nachbarschaft zum Grünzug Ost und in unmittelbarer Nähe zur Autobahn günstig; doch gerade diese Nähe der Autobahn bildet für Schallgutachterin Ute Lehnertz sicher eine der Herausforderungen bei der Planung; bei Wohnbebauung müsste die davon ausgehende Lärmbelastung berücksichtigt werden.

Schlüsselfrage Erschließung

Auf der anderen Seite kann der Vorteil der nahen Autobahn gar nicht voll genutzt werden; ein direkter Anschluss des Gebietes scheint nicht möglich. „Das Regierungspräsidium hat bereits klargemacht, dass Zufahrten für Private nicht gestattet werden“, hieß es bereits bei der Bezirksbeiratssitzung Mitte Mai.

Die Frage, wie das Areal bei seiner künftigen Nutzung angefahren werden soll, ist daher eine der Schlüsselfragen bei der anstehenden Planung. Wie bei der Bürgerversammlung erläutert wurde, „erscheint eine Zufahrt über die Suebenstraße oder den Holzweg am realistischsten.“ Die Bürger selbst lehnten eine Erschließung durch ihr angrenzendes Wohngebiet ebenso strikt ab wie der Bezirksbeirat bereits im Mai.

Auch der Zustand des Geländes ist nicht einfach. Es ist geprägt von großen versiegelten Flächen, teilweise noch mit historischem Kopfsteinpflaster. Das Werkstattgebäude steht unter Denkmalschutz und muss also erhalten werden. Einige der Häuser befinden sich jedoch in schlechtem Zustand, nachdem sie seit Jahren schon Ziel von Vandalismus sind; vier Gebäude mussten bereits abgerissen werden.

Doch was soll künftig hier entstehen? „Wir sind diesbezüglich noch ganz am Anfang“, betonte Julia Deißler von der Planungsgruppe bei der jetzigen Info-Veranstaltung, auf der denn auch erst Ideen und Vorschläge gesammelt werden sollten.

In Wortmeldungen bei der Diskussion sowie in Meinungsbeitragen auf Kärtchen wurden die Präferenzen der Bürger schnell deutlich. Dabei stehen ganz oben eine Renaturierung ebenso wie die Schaffung von Freizeit-, Spiel- und Sportflächen; die TSG Seckenheim hatte ja in den zurückliegenden Monaten den Wunsch geäußert, hier entsprechende Flächen zu nutzen. Großflächige Wohnbebauung („Hochhäuser“, wie sie genannt wurden) wollen die Bürger jedoch nicht. Einige Anlieger würden vielmehr selbst Flächen erwerben, um ihre an das Areal angrenzenden Gärten zu erweitern.

„So weit sind wir noch nicht“, machte Klaus-Jürgen Ammer, der Konversionsbeauftragte der Stadt Mannheim, deutlich. Und er verwies darauf: „Das Nutzungskonzept bestimmt den Kaufpreis.“ Die Frage, ob es bereits Kauf-Interessenten für die Fläche gebe, verneinte er; es gebe lediglich immer wieder Anfragen für provisorische Nutzungen wie etwa zur Zwischenlagerung von Materialien oder als Übungsgelände.

Basierend auf der Versammlung, will das Planungsteam nun drei verschiedene Varianten ausarbeiten. Diese sollen am 28. November öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Im Frühjahr 2019 könnte das Endergebnis vorliegen. Als Zeithorizont für die Umsetzung wurde in der Bezirksbeiratssitzung im Mai mitgeteilt, dass die Bagger frühestens im Jahr 2022 anrücken werden.