Seckenheim

Grund zur Freude

Ob Mobilfunkturm, neue Buslinien oder Bebauung von Stem – den Seckenheimern mangelt es wahrlich nicht an Themen, die Einigen von ihnen das Blut in Wallung versetzen können. Doch die emotionalsten Bekundungen vermag ein mit Kettensäge gestalteter Baumstumpf zu entfachen: der hölzerne Bär auf dem Kreisel.

Abgeklärte Geister mögen da-rüber nur den Kopf schütteln. „Haben wir denn keine anderen Probleme?“, lautet da gerne der Kommentar des rational agierenden Zeitgenossen. Und er kann ja viele Defizite nennen, die seine Argumentation stützen. Etwa Verkehrsbelastung, Wohnungsnot, Mangel an Kindergartenplätzen. Angesichts dessen sieht es mancher denn auch als überflüssig an, dass sich Gedanken oder gar Emotionen einem abgesägten Baumstumpf zuwenden.

Doch die Causa Bär lehrt eher Anderes. Dass es nicht große Projekte, prachtvolle Bauten sein müssen, die für Erbauung sorgen können. Sondern eben auch nur ein schön gestalteter Baumstumpf oder eine Steinskulptur, die einen Jauchewagen darstellt, um hier den Zabbe-Brunnen als weiteres Beispiel zu nennen.

Ich jedenfalls bekenne: Ich freue mich, auf meinem Weg zur Redaktion in Ladenburg jeden Tag diesen Bär zu sehen. Und ich hoffe, dass er da noch lange steht.

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