Seckenheim

Ladenburg Altstadtrat Fritz Lüns feiert seinen 85. Geburtstag

„Ich mache weiter, so lange ich kann“

Archivartikel

„Wahrscheinlich bin ich der älteste Stadtrat“, sagt Fritz Lüns mit einem Schmunzeln. Er saß noch bis im Mai für die Freien Wähler im Stadtrat, da war er 84 Jahre. Nun feiert er Geburtstag, wird 85 Jahre, aber müde ist er deswegen noch kein bisschen: „Ich mache weiter, so lange ich weiter machen kann.“ Er hatte bei der letzten Kommunalwahl wieder kandidiert, als Stimmenfänger stand er auf der Liste und schaffte es vom neunten auf den sechsten Listenplatz, aber diesmal reichte es nicht, die Freien Wähler bekamen wieder nur vier Sitze.

1969 kam er nach Ladenburg, war Export Sales-Manager und hatte mit Politik eigentlich nichts zu tun: „Ich war beruflich ausgebucht.“ Seine politische Laufbahn begann eher unscheinbar, auf dem städtischen Kompost. Mit einem Ehrenamt fing alles an, dort machte er sich einen Namen als „Kompostpapst.“ 1999 ging er in den Ruhestand. „Es war eine schöne und anstrengende Zeit im Beruf“, wie er rückblickend berichtet. Aber Ruhestand, diesen Begriff gibt es bei Lüns nicht, fünf Jahre später kandidiert er für den Gemeinderat und schafft als Nachrücker im Jahr 2005 den Sprung in das Gremium.

Immer noch aktiv

Und dort wirkt Lüns fast 15 Jahre lang, Fotovoltaikanlagen hat er realisiert, im BUND ist er aktiv geworden, im Orts-, wie auch im Reginalverband, den Boule-Platz hat er verwirklicht, im Abwasserverband saß er, im Waldpark war er aktiv, beim Weihnachtsmarkt, die Anzeige im Domhof geht auf ihn zurück, Sprecher des Arbeitskreises Umwelt war er: Die Liste ließe sich noch lange fortführen, Lüns blickt zufrieden zurück: „Ich denke, ich habe viel für die Bürger Ladenburgs getan, ich konnte einen kleinen Beitrag leisten für Ladenburg.“

Und heute? „Ich schaue mich nach wie vor intensiv in Ladenburg um, schaue mir alle Sitzungsunterlagen an. Ich nehme schon noch Anteil an dem, was sich in Ladenburg tut.“ Er ist immer noch aktiv dabei, interessiert sich für das Politische, „was und wie es passiert.“ Er ist ehrlich mit sich selbst: „Es geht langsamer, die Zeiten ändern sich.“ Seine große Modelleisenbahnanlage hat er schon lange verkauft, doch konkrete Pläne für die Zukunft hat er keine. „Wenn sich was ergibt“, so seine Auskunft, „sage ich nicht nein.“ Dazu müssten zwei Gemeinderäte der Freien Wähler ausfallen, dass er wieder im Gemeinderat säße. Dennoch, das ist nur Theorie. „Im Moment bin ich dankbar und glücklich, was ich machen und erleben durfte, und dass ich ehrenamtlich helfen durfte.“ dle

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