Seckenheim

Im Südosten nichts Neues

Archivartikel

Stem, die dritte – auch die jüngste Diskussionsveranstaltung über das kleine Kasernengelände an der Autobahn in Höhe Seckenheims hat keine An-näherung der Standpunkte er- bracht. Zu Recht bilanziert Klaus- Jürgen Ammer, der Konversionsbeauftragte der Stadt, am Ende des Abends: „Wenig Neues“.

Dabei gibt sich die Stadt alle Mühe: Viele Informationen, ein halbes Dutzend Experten aus allen Fachbereichen für Nachfragen, ein professioneller Moderator, der denn auch die Emotionen gekonnt zu kanalisieren weiß.

Doch kein noch so geordnetes Verfahren vermag am Ende, grundsätzliche inhaltliche Gräben zu überbrücken. Und diese Frontlinie verläuft zwischen der Stadt, die das kleine Gelände irgendwie entwickeln will, und den Anwohnern, die das nicht wollen. So einfach ist das. Und zwischendrin die örtliche Kommunalpolitik, vor der anstehenden Gemeinderatswahl weder Fisch noch Fleisch, jeder Seite ein kleines bisschen Recht gebend.

Baldige Entscheidung nötig

Bei der Stadt hegte man wohl die Hoffnung, mit der aus dem Hut gezauberten Variante „Sport auf Stem“ den Stein der Weisen ge-funden zu haben und gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Durch die Ansiedlung eines großen, vor Ort angesehenen Vereins, in dem viele Seckenheimer Mitglied sind, Akzeptanz für die Stem-Erschließung zu gewinnen, und zugleich die Problematik der Sportstätten im Ortsteil zu lösen.

Das Gegenteil ist eingetreten: Die drohende „sportliche Betätigung mit Feinstaub“ verschafft dem Widerstand sogar eine zu-sätzliche Argumentationslinie. Und auch die Diskussion um das Sportstättenkonzept ist keineswegs beendet. Denn niemand ist mit dem Standort Stem so richtig glücklich, nicht einmal die TSG.

Dennoch oder gerade deswegen: Die Kommunalpolitik muss endlich Farbe bekennen, was sie will. Alle Argumente sind ausgetauscht. Es mag ja Diskussionsprozesse geben, die umso bessere Ergebnisse bringen, je länger sie dauern. Für Stem gilt das nicht.