Seckenheim

Ins Zentrum des Stadtteils!

Archivartikel

Konstantin Groß zur Diskussion über den Zabbe-Brunnen

 

Es mag in der Tat wichtigere Themen geben. Etwa die gerade in diesem Stadtteil drängenden Verkehrsprobleme, die Sanierung des Schulhofes, die Zukunft der Sportstätten. Doch schon die Bibel weiß in ihrem fünften Buch Mose: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Es sind oft die emotionalen, die ans Herz gehenden Themen, die die Menschen stark bewegen. Der Zabbe-Brunnen ist ein Beispiel dafür.

Für viele Mannheimer außerhalb Seckenheims, aber auch manche Neubürger des Vorortes, mag unverständlich erscheinen, wie man sich derart über den Standort eines Bauwerks ereifern kann, das einen Jauchewagen zeigt. Nicht nur die Stadtverwaltung, auch Stadt- und Bezirksbeiräte, haben dies unterschätzt.

Dem emotionalen Anspruch, ein solches Denkmal gehöre einfach in das Herz einer Gemeinde, haben sie das eher technokratische Argument entgegengesetzt, an der Grenze des Neubaugebietes Hammonds könne es die Verbindung zum historischen Ortskern symbolisieren. Die Idee war nachvollziehbar; ans Herz ging sie nie. Doch nun ist sie durch die Wirklichkeit ohnehin überholt.

Den Brunnen auf nicht absehbare Zeit im Depot versauern zu lassen, das erscheint völlig unvertretbar. Ähnliches gilt für die Idee, mit seinem Bau zu beginnen, bevor die Bundeswehr ihr Ge-bäude direkt daneben zurückgibt; denn das würde bedeuten, dass er auf Jahre inmitten einer Großbaustelle steht. Damit wäre er ebenso abgeschrieben wie auf dem Kapellenplatz, der zu sehr am Rande des Ortskerns liegt.

Der Standort vor dem Schloss dagegen hat was. Doch wenn man dem Argument von dessen Befürwortern folgt, dies sei näher am Ortsgeschehen – warum dann nicht gleich richtig ins Zentrum? Am Ende führt wohl kein Weg an der Erkenntnis vorbei: Der Brunnen ist eher historisches Monument als Wasserspiel. Und als solches gehört er ins Herz von Seckenheim: auf die Planken!