Seckenheim

Kleiner Schritt zum Konsens

Konstantin Groß zu den Planungen für das Stem-Gelände

Die zweite Bürgerinformation über die Zukunft der früheren Stem-Barracks in Seckenheim war ein Erfolg. Nicht nur atmosphärisch, was dem im Gegensatz zum ersten Mal angeheuerten professionellen Moderator zu verdanken ist, der frühzeitig aufkommende Wogen zu glätten vermochte; nein, auch inhaltlich kam man einer Lösung, die auf einem möglichst breiten Konsens ruht, ein klein wenig näher. Und das ist bei einem so hochumstrittenen Thema ja schon was wert.

Denn das Stem-Gelände ist mit seinen gerade mal drei Hektar angesichts der insgesamt 500 Hektar großen Konversionsflächen in Mannheim winzig (allein Coleman zählt 220 Hektar). Doch einige Herausforderungen sind die gleichen (so etwa die Wirtschaftlichkeit), andere kommen speziell bei Stem noch hinzu.

Mehr Klarheit geschaffen

Das gilt etwa für die Verkehrsanbindung. Der ideale Direktanschluss an die Autobahn ist verkehrsrechtlich unmöglich; bleibt nur die Erschließung durch die bereits bestehende, angrenzende Wohnbebauung. Das birgt naturgemäß großes Konfliktpotenzial. Was jetzt aber klar scheint: Alleine die Variante über den Holzweg ist überhaupt durchsetzbar.

Auch was die Planung angeht, so hat die Veranstaltung Klarheit geschaffen: Variante 3 mit der stärksten Bebauung wird strikt abgelehnt. Mancher im Saal feixte gar, die Planer hätten – erfahren wie sie sind – bewusst diesen weitesten Vorschlag ins Spiel ge-bracht, um den Unmut darauf zu lenken. Angesichts dessen sei es dann einfacher, die lockerere Version umzusetzen. Und die Bürger wären sogar glücklich, das Schlimmste verhindert zu haben. Eine amüsante Theorie.

Doch auch die Stimmung, nur eine minimale oder gar keine Bebauung zu akzeptieren, ist weit verbreitet. Dabei ist eine Grünfläche unrealistisch. In Nullzins-Zeiten ist Grund und Boden auch für einen staatlichen Eigentümer wie die BImA viel zu wertvoll, um ein Gelände wie Stem liegen zu lassen. Teilnehmer des jetzigen Mitwirkungsprozesses, die für diese Variante plädieren, werden also enttäuscht sein – dies kann auch ein noch so gutes Beteiligungsverfahren nicht vermeiden.