Seckenheim

Seckenheim Ausverkaufte Konzertabende im „Palü“-Keller mit der Folk-Band Other Roads / Seit vielen Jahren Tradition im Herbstkalender des Vororts

Kombination aus Virtuosität und britischem Humor

Die britische Folk-Band Other Roads ist in ihrem Genre Kult. Und ihre alljährlichen Konzerte auf der Kleinkunstbühne des „Palü“-Kellers Anfang Oktober sind es ebenfalls. Die drei Vollblutmusiker haben dem Vorort mit ihrem „Seckenheim-Song“ auf der CD „Green Light“ ein musikalisches Denkmal geschaffen.

„Palü“-Chef Andreas Hänssler, stilsicher im Kilt unterwegs, begrüßt das Trio und überlässt es Pete Abbott, daran zu erinnern, dass die Band auf der Begleitgruppe des vor zehn Jahren verstorbenen irischen Sängers John Wright basiert. Wright war schon zuvor Gast im „Palü“, und Hänssler gab damals der „Ersatzgruppe“ die Chance, den Termin zu übernehmen. Diese Gelegenheit ließen Other Roads nicht ungenutzt.

Auf ihrem Weg über Irland, Dänemark und die Niederlande – um nur einige der Länder zu nennen, in denen sich die Gruppe ein Stammpublikum erobert hat – macht das Trio seither regelmäßig in Seckenheim Station, diesmal mit zwei ausverkauften Konzerten.

Pete Abbott (Gesang, Gitarre), Gregor Borland (Geige/Fiddle, Bass, Gesang) und Dave Walmisley (diverse Gitarren, Gesang) können die Herzen des Publikums mit einer brillanten Mischung aus selbst geschriebenen, berührenden Balladen, schwungvollen Fiddlestücken, mehrstimmigem Gesang und mehr als nur verbindenden Worten augenblicklich gewinnen. Sie überzeugen mit Natürlichkeit und Herzlichkeit – da wirkt nichts aufsetzt, da besteht eine spürbare Verbundenheit.

„Es ist wie Weihnachten“

„Es ist irgendwie wie Weihnachten, denn alle Jahre wieder begeistert uns die handgemachte Musik, das Spiel von Gitarren, Mandolinen, Bass und Geige“, schwärmt ein Stammgast. „Der perfekt koordinierte dreistimmige Gesang ist eine Klasse für sich“, lobt ein anderer neben.

Pete Abbott ist Gitarre spielender Leadsänger, sagt die Titel an und erläutert deren Entstehen. Die Freude am Singen erheitert ebenso wie die netten Anekdoten zwischen den Liedern. Es ist für Other Roads kein Problem, aus dem reichhaltigen Repertoire auszuwählen und sofort loszulegen, denn die Musiker sind auch Songschreiber, allen voran der in Rhodesien (heute Zimbabwe) geborene Dave Wamisley.Seine Interpretation der Scottish-Folk-Music verlangt den virtuosen Umgang mit den Instrumenten. Da ist häufig Gregor Borland gefordert, der in Spanien lebt und als gelernter Klavierbauer die Geige liebt. Dass Professionalität geboten wird, steht außer Frage, doch Abbott, Borland und Wamisley bleiben dennoch nahbar und meilenweit von Star-Allüren entfernt.

Professionalität ohne Allüren

Man nimmt ihnen ab, dass sie mit Herz bei der Sache sind und mit großer Sympathie und Freude ihrem Publikum begegnen. Dieses dankt den Musikern mit viel Beifall und kräftigem Mitsingen der bekannten Hits wie „Gone, gone, gone“, „Hilcrest Mine“ und „Windy Harbour“.

Es sind Lieder, die nachdenklich machen oder aufmuntern und Melodien, die, ohne banal zu sein, ins Ohr gehen. So ist es kein Wunder, dass mit nicht enden wollendem Applaus das Publikum seine Zugabe erhält und „Seckenheim“ zur umjubelten Hymne wird. Die mitreißende Spielfreude, das musikalische Können und auch der britische Humor lassen die Konzerte in Erinnerung bleiben – „For all the times“, um einen weiteren Titel zu nennen.