Seckenheim

Seckenheim Liedermacher treten in Erlöserkirche auf

Musiker-Trio besingt den Herbst

Zu einem Gottesdienstkonzert unter dem Motto „Uns leuchten Übergänge“ hatte das Pfarrerehepaar Claudia und Helmut Krüger nicht nur Gläubige in die Erlöserkirche in Seckenheim eingeladen, sondern auch Jonathan Böttcher. Der Sänger, Texter und Musiker ist an der klassischen Gitarre ausgebildet worden und hat in verschiedenen Musik-Formationen mitgewirkt. Darüber hinaus verfolgte Jonathan Böttcher auch immer wieder solistische Projekte für Erwachsene und Kinder, primär im religiösen Umfeld.

Damit erklärt sich auch die langjährige Freundschaft mit Sängerin Claudia und Bassist Helmut Krüger, der seinerseits zudem als versierter Gitarrist gelten darf. Etliche Live-Auftritte in der Erlöserkirche bereicherten schon in der Vergangenheit das Jahresprogramm, doch seit dem Corona-Lockdown war bis wenige Tage vor dem Seckenheim-Besuch auch Böttcher ohne Auftrittsmöglichkeit. Insofern war es nicht verwunderlich, dass trotz seiner bereits 50 CD-Veröffentlichungen Böttchers Gastspiel keine Routineangelegenheit war.

Unaufdringliches Gitarrenspiel

Zusammen boten die drei Musiker Lieder, die mit eingängigen Klängen und tollen Texten die weit im Kirchenraum verteilten Besucher trotz Abstand berührten und zum Nachdenken anregten. Das feine unaufdringliche Gitarrenspiel und die regelmäßig dreistimmigen Vorträge entfachten eine atmosphärische Intensität, die vom bevorstehenden Herbst geprägt war.

Lieder wie „Ich sammle Farben für den Winter“, „Deine Hand“, „Frieden übers Land“ oder „Diese Nacht in Gottes Hand“ wurden durch Gedichte ergänzt, so vom „Herbsttag“. Dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke aus dem Jahr 1902 beschreibt beginnend mit den Worten „Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß…“ in drei Strophen den Übergang von Sommer zum Herbst. 1889 schrieb Theodor Fontane das Gedicht über Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, der im Herbst seines Lebens weiter dachte. Dieses Werk war auch Teil der Darbietung. Gebete und Segenswünsche ergänzten diese bedenkenswerten Lieder und Verse. Mit herzlichem Beifall dankten die Besucher für diesen besonderen, nicht nur musikalischen Leckerbissen.

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