Seckenheim

Seckenheim Prächtige Stimmung beim Frotzelkommers der Karnevalisten vom Unteren Neckar

Narren loben sich selbst

Archivartikel

Zum traditionellen Rosenmontagstreffen, dem sogenannten Frotzelkommers trafen sich gestern wieder die Narren vom Unteren Neckar in der Gartenetage des Horst-Schroff-SeniorenPflegeZentrums (SPZ) in Seckenheim. Doch statt frecher Frotzeleien war meist Harmonie und Schmusekurs angesagt. Seit Jahren hat die Veranstaltung im SPZ eine Bleibe gefunden, nachdem das Treffen zunächst aus dem Gemeindesekretariat verbannt und dann aus Brandschutzgründen nicht mehr im Probenraum des Sängerbundes anberaumt wurde. Deshalb, und auch weil für einen leckeren Mittagssnack gesorgt wurde, wurde der Leiterin des SPZ, Dagmar Hinterberger, gedankt, Orden eingeschlossen.

Natürlich stand die gelungene Gemeinschaftssitzung in der Friedrichsfelder Gräber-Halle der Narren aus Ilvesheim, Seckenheim, Friedrichsfeld und Neckarhausen-Edingen im Mittelpunkt des Treffens, und statt ordentlich übereinander herzuziehen, lobten sich die Narren gegenseitig. Einzig Matthias Baier, sprachgewandter Schlabbdewel, wurde ob seines 26-minütigen Disputs mit der Stadtprinzessin gerügt. Schwingt da nicht merklich jede Menge neidische Anerkennung mit?

Hervorragend präsentiert

Jedenfalls waren sich die Repräsentanten der Insulana (In) Ilvesheim, Bianca Erbs, der Seckenheims Zabbe (Zab), Andreas Eder, der Friedrichfelder Schlabbdewel (Schlabb), Matthias Baier und der Edinger Kälble (Kä) um Bettina Schroth einig: „Wir haben uns hervorragend präsentiert und auch Unstimmigkeiten freundschaftlich beigelegt“, so Marius Ebert von den Neckarhäuser Kummetstolle (Ku). Da strahlten auch alle fünf Prinzessinnen um die Wette.

Bemängelt wurde, dass die wichtigen Trainer, Betreuer, Autoren oder Chorleiter in der Gräber-Halle nur unvollständig und in der Presse gar nicht erwähnt wurden, obwohl deren Mitwirkung und Mitarbeit für den Erfolg des Abends essenziell war. Für diese kritischen Worte gab es Beifall.

Lustig dann der Dialog über die zur Sitzungs-Organisation eingerichtete WhatsApp-Gruppe. Andreas Eder, der es liebte, seinen Halbsätzen stets einige Punkte anzuhängen, erhält, weil die Sitzung ja jetzt vorbei ist, von Marius Ebert noch einige Punkte zur Erinnerung hinterhergeworfen, die in Fachkreisen auch Konfetti genannt werden. Bettina Schroth hatte den Klapphocker, den der „Größte“ in der Gräber-Halle von Mannheims Stadtprinzessin erhalten hatte, in Sicherheit gebracht und übergab ihn nun an Matthias Baier, um wieder Augenhöhe herzustellen.

Dank an Diakon Lachnit

Eder frotzelte wenig, sondern hatte scharf gewürzte Kritik mitgebracht. Er missbilligte die zunehmende Belastung durch städtische Behörden und forderte die anwesende Stadträtin Marianne Seitz und ihre Kollegen auf: „Ihr solltet dem ständigen Loben des Ehrenamts auch Taten folgen lassen“. „Wir wären gerne in Seckenheim mehr präsent gewesen, doch weder Bürgerdienst noch Polizei haben zum Fasnachtsbesuch eingeladen“, kritisierte er. Immerhin hatte die VR Bank zum närrischen Bürgerempfang geöffnet.

Schließlich wurde noch dem Friedrichsfelder Diakon Albert Lachnit für den Karnevalsgottesdienst in St. Andreas Neckarhausen gedankt. Und weil doch die Stimmung nach Eders unfasnachtlich harschen Worten fast ganz am Boden war, half der Geistliche dem Treffen mit „Heile, heile Gänschen…“ wieder auf die Beine.

Auch drei Fünftel der nicht nur von Bianca Erbs hochgelobten Zabbe-Combo, auch diesmal zuständig für die musikalische Umrahmung, half samt Jürgen Zink und Jürgen Wohlfart sowie einschließlich des von Clemens Schlenkrich komponierten „InZabSchlabbKuKä-Liedes“ mit, dem „Frotzel-Kommers“ zum Ausklang einen närrischen Stempel mit prächtiger Stimmung aufzudrücken.