Seckenheim

Seckenheim Projekt der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) verzögert sich zum vierten Mal

Neubau des Kiosks ins Frühjahr verschoben

Was als Gerücht schon eine Weile kursiert, ist nun definitiv: Der Neubau des Kiosks auf den Planken, ein Kernpunkt der Neugestaltung der Ortsmitte in Seckenheim, verzögert sich erneut: Wie die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) mitteilt, kann das Projekt, anders als geplant, nicht in diesem Herbst, sondern erst im kommenden Frühjahr umgesetzt werden. Grund: Überlastung der beauftragten privaten Baufirma.

Damit geht ein Projekt, das seit Jahren die Seckenheimer bewegt, in eine neue Runde. 2015 wird im Zuge der Neugestaltung der Planken geplant, auch den bislang dort stehenden Kiosk durch einen Neubau zu ersetzen. Neben dem Verkaufsraum mit dem Fahrkartenvertrieb, übrigens einem der umsatzstärksten der RNV in ihrem Tarifgebiet, soll das Gebäude auch eine behindertengerechte Toilette erhalten.

Erstes Ergebnis der Planung ist 2016 ein voluminöses Bauwerk, das auf Grund seines Umfangs vor Ort auf heftige Kritik stößt. "Wir brauchen an dieser Stelle keinen kleinen Supermarkt", kritisiert etwa der örtliche Bund der Selbstständigen.

Doch am Ende wird nicht dieser Widerstand vor Ort dem Entwurf zum Verhängnis, sondern der Denkmalschutz. Er nämlich kassiert die gesamte Planung, indem er feststellt, dass der Bau eines solchen Umfangs nicht ins Zentrum des historischen Ensembles der Planken passt.

Komplette Neuplanung 2016

Nun endlich zieht auch die Stadt die Reißleine. Alles muss von vorne losgehen. Ein neuer Wettbewerb wird ausgelobt, Ende September 2016 der Sieger-Entwurf aus Karlsruhe ermittelt, den nach langer Geheimniskrämerei knapp zwei Monate später auch die Öffentlichkeit sehen darf: nach drei Seiten offen, vor allem kompakter als die bisherige Konzeption. Im Frühjahr 2017 soll Baubeginn sein, so heißt es damals.

Bis dahin muss ein Provisorium ausreichen. Ende September 2016 wird ein Kiosk-Container neben der Bushaltestelle platziert - mit lädiertem Aussehen, weil mit anfangs zum Teil zerbeulter Verkleidung.

Die Seckenheimer jedoch verkraften auch dies in der Hoffnung, dass es mit dem Neubau wie versprochen im Frühjahr 2017 losgeht. Doch daraus wird nichts. Und auch im Sommer nicht. "Angesichts der guten Auftragslage im Baugewerbe ließe sich die beabsichtigte Umsetzung während der Sommerferien nicht umsetzen", so die RNV.

In Herbstferien nicht möglich

Doch es kommt noch schlimmer. "Auch eine kurzfristig erhoffte Realisierung der Maßnahme im zeitlichen Rahmen der Herbstferien ist nicht möglich", bedauert das Nahverkehrsunternehmen in seiner jüngsten Verlautbarung. "Der Baubeginn wird daher erst im Frühjahr 2018 erfolgen können."

Dann aber, so versichert die RNV, stehe den Arbeiten nun wirklich nichts mehr im Wege. Die Baugenehmigung der Stadt Mannheim liege ja bereits seit Juni vor. Rechtzeitig vor Baubeginn will die RNV über das Projekt an sich und den Ablauf der Bauarbeiten im Speziellen auf einer Bürgerversammlung informieren.

Bei den Kommunalpolitikern vor Ort sorgt der bisherige Ablauf des Projektes für Kritik. Die SPD erachtet zwar den Kiosk nach wie vor für verzichtbar und alleine die Toilette als notwendig: "Doch das Provisorium, wie es jetzt da steht, kann nicht ewig so bleiben", meint deren Stadtrat Ralph Waibel: "Die RNV muss in dieser Sache mehr Transparenz schaffen", fordert er und verlangt konkret genauere Terminangaben.

"Eine Frechheit, wie man mit uns Seckenheimern hier umgeht", formuliert seine CDU-Kollegin Marianne Seitz noch deutlicher. Die erneute Verzögerung sei in höchstem Maße ärgerlich, da nun die nasse Jahreszeit beginne und das Provisorium den Fahrgästen davor keinerlei Schutz biete. Auch sie beklagt die Informationspolitik; als Mitglied des Gemeinderates werde man vor Ort gar nicht mehr ernstgenommen: "Die Leute sagen einem: ,Die machen mit Euch doch, was sie wollen'".