Seckenheim

Neue Baustelle in Sicht

Archivartikel

Die Seckenheimer haben es derzeit wirklich nicht leicht: In ihrem Vorort scheinen sich Themen zu konzentrieren, die jedes für sich nicht dramatisch sind, insgesamt aber für stadtteil-übergreifende Missstimmung und außerhalb des Vorortes für Kopfschütteln sorgen: Vom Streit über den auf einem Bauhof schlummernden Zabbe-Brunnen über einen 300 000 Euro teuren Kiosk, dessen Toiletten-Anlage monatelang nicht funktionsfähig gemacht werden kann, bis zum Baukran inmitten einer Straße, der einfach nicht weichen will.

Diese Situation in der Rastatter Straße hat Gründe. Für den Bau seines Hauses muss und darf der Bauherr seinen Kran inmitten der Straße aufstellen; ein anderer Standort ist nicht möglich und hätte – etwa in der Hauptstraße – wegen des Straßenbahnverkehrs noch gravierendere Folgen. Und Verzögerungen bei Bauprojekten kommen eben nicht nur an Großflughäfen vor; dass Anwohner, obwohl daran völlig unschuldig, davon negativ betroffen werden, ist natürlich misslich.

Das betrifft vor allem die Müllentsorgung. Die Kostenübernahme hierfür konnte erst Monate nach Beginn der Sperrung erreicht werden und nur nach ständigem Protest von Anwohnern, allen voran Andreas Hänssler, als Chef des größten Vereins im Umgang mit der Stadt erfahren – kein Ruhmesblatt für die Verantwortlichen.

Zur Missstimmung hat auch die lange unzureichende Informationspolitik der Verwaltung gegenüber den Betroffenen beigetragen. Und Betroffene dieser Sperrung sind nicht nur die Anwohner dieser Straße, sondern der gesamte Vorort. Hier wurde nur auf Presseanfragen reagiert; eine offensive Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld der mehrmaligen Verlängerung der Sperrung hätte sicher zu einer frühzeitigen Entspannung der Lage beigetragen.

Nun ist das Ende der Sperrung für Mitte Oktober angekündigt – mal sehen, ob es wirklich dazu kommt. Doch selbst wenn, dann wird hier so schnell noch keine Ruhe einkehren. Denn dann werden nicht nur die Anwohner wieder durchfahren können, sondern wohl auch die Busse der viel kritisierten neuen Linie. Die – im übertragenen Sinne – nächste Baustelle ist also bereits in Sicht.