Seckenheim

Seckenheim Ausstellung mit Modeln von Erwin Ohnemus im Heimatmuseum / Schau kann am Kerwesonntag von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden

Religiöse Motive und Alltagssituationen in Holz

Mit einer weiteren interessanten Ausstellung überraschte das Heimatmuseum Seckenheim: Holzmodeln aus den letzten vier Jahrhunderten werden derzeit im Mehrzwecksaal in der Kloppenheimer Straße 20 gezeigt. Die Exponate stammen aus der Sammlung von Erwin Ohnemus.

Den 84-jährigen, der von Anbeginn des Museumsvereins vor fast 25 Jahren im Verein mitarbeitet, hat bereits vor über 50 Jahren die Sammelleidenschaft gepackt. Viele verschiedene Exponate hat Ohnemus bereits zu diversen Ausstellungen beigesteuert. Nun wird eine Ausstellung ganz aus der Sammlung des gelernten Steinbildhauer und Kunstrestaurators gezeigt. Rund zweidrittel der gut 200 Formen und Geräte, die im Laufe der Zeit zusammengekommen sind, sind nun in der Ausstellung aufgebaut worden.

In einer Vitrine sind vor allem Geräte und Negativmodi zum Formen und Verzieren von Butter zu sehen. Ob Ornamente, religiöse Motive oder Formen aus Tier- und Pflanzenwelt, die Holzmodeln sind meist kunstvoll und filigran geschnitzt. So auch die Brotstempel, die entweder zum Kennzeichen der Brotlaibe mit Initialen oder mit heiligen Motiven verwendet wurden. Die Holzmodeln in vielen verschiedenen Größen, manche bis zu einem halben Meter hoch, dienten als Formen und zur Herstellung von Spekulatius, Printen und Lebkuchen. Die Verzierungen zeigen neben Alltagszenen auch wieder christliche Symbole. Weitere Modi, flache oder welche im Klappformat für dreidimensionale Formen wurden auch für Marzipan oder Tragant benutzt.

Älteste Stück aus dem Jahr 1609

Andere Exponate standen für die Verwendung von Wachs zur Verfügung. Die Elemente erinnerten an Votivgaben, die mit auf Wallfahrten genommen werden um Dank zusagen oder um etwas zu bitten. Hier wurden vor allem Krankheiten thematisiert, von denen der Wallfahrer geheilt werden wollte.

Neben all diesen Modi standen auch Negativformen für Springerle zur Schau. Für das traditionsreiche Festtagsgebäck wurde entweder schon eingefärbter Teig verwendet oder die Figuren wurden nach dem Backen bemalt. Zwischen all den Formen waren auch weitere Geräte wie Teigroller und Teigrädchen oder Zuckerzangen und - scheren zu sehen. Die Exponate stammen vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das älteste Ausstellungsstück datiert allerdings aus dem Jahre 1609 und zeigt ein Familienwappen, das ursprünglich mit Marzipan ausgefüllt wurde.

Ohnemus sammelte die Holzmodeln vor allem im süddeutschen Raum, Österreich, Schweiz und im Elsass. Auf seinen Reisen wurde der leidenschaftliche Sammler meistens auf Antikmärkten fündig. Neben den zahlreichen Holzmodeln gab es auch Exponate aus Gußeisen, Horn und Messing. Die Tonmodi für Springerle sind vor allem aus dem Raum Basel/ Schaffhausen.

Wer sich die Ausstellung bei freiem Eintritt anschauen und sich vom Sammler selbst über den Gebrauch der Modeln informieren lassen will, hat dazu am Kerwesonntag, 15. Oktober, von 13 bis 18 Uhr Zeit, im Heimatmuseum Seckenheim, Kloppenheimer Straße 20, vorbei zu kommen. sane