Seckenheim

Seckenheim/Friedrichsfeld Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft zieht Zwischenbilanz der neuen Buslinien / Bürgerinitiative sieht Ergebnis nicht so positiv

RNV ist zufrieden: „Es läuft besser als gedacht“

Archivartikel

Die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) zieht eine positive Zwischenbilanz der Neukonzeption ihrer Buslinien in Seckenheim und Friedrichsfeld. „Es läuft besser als gedacht“, betont Jürgen Hoffmann von der RNV im Bezirksbeirat Seckenheim, als er die Zahlen vorstellt. Heute Abend wird das Stadtteilgremium in Friedrichsfeld informiert.

„Das sind allerdings noch vorläufige Zahlen“, macht Hoffmann deutlich: „Denn den Endzustand der Umstellung haben wir erst seit 3. Februar mit Öffnung der Schwabenstraße erreicht.“ Umso erstaunlicher sei das positive Ergebnis, das auf einer automatischen Fahrgastzählung basiert: „Das ist ein zertifiziertes Verfahren, da ist kein Voodoo dabei.“

Demnach stiegen die Fahrgastzahlen der Linien 40 bis 46 in ihrem neuen Zuschnitt seit der Einführung im Juni vergangenen Jahres um neun Prozent. „Wir hatten erst nach längerer Zeit mit zehn Prozent gerechnet“. Dabei ist das Wachstum der einzelnen Linien durchaus unterschiedlich: Bei der Linie 42 ist es am stärksten: plus 64 Prozent. Positiv entwickeln sich auch die Linien 43 (+ 24 Prozent) und 45 (+ 13). Unterdurchschnittlich läuft es mit nur plus fünf Prozent auf der Linie 40 (Hoffmann: „In ihrem Verlauf haben wir auch nur sehr wenig geändert“) und gar nur plus zwei Prozent bei der Linie 46: „Hier müssen wir abwarten, wie sich das langfristig entwickelt.“

Midi-Busse eingesetzt

Hoffmann geht auch auf die Kritik der Anwohner und ihrer Bürgerinitiative ein. Die betrifft vor allem die Fahrt großer Busse durch die Messkircher Straße. „Seit Dezember fahren wir hier mit kleineren Midi-Bussen“, betont er: „Seither kommt es dort auch kaum noch zu Problemen und kaum noch zu Verspätungen.“

Aufgegeben hat die RNV ja auf Wunsch der Anwohner und des Bezirksbeirates die Führung durch die Rastatter Straße. Als Ersatz dafür muss jedoch in der Hauptstraße/Ecke Rastatter Straße eine neue Haltestelle geschaffen werden.

„Die neue Linienführung hat sich bewährt“, fasst Hoffmann zusammen. Zu einem anderen Fazit kommt das „Aktionsbündnis bürgerorientierter öffentlicher Nahverkehr“ (ABÖ). Sprecher Dirk Eiermann relativiert nicht nur die positiven Zahlen der RNV, sondern beklagt auch die nicht behobenen Missstände: Noch immer fahre der Bus in der Messkircher Straße „einen Meter vor den Schlafzimmerfenstern entfernt“, nach wie vor müsse er in der engen Straße den Bordstein benutzen – mit allen negativen Folgen für Fußgänger, Radfahrer und Autos, die ihrerseits gezwungen seien, auf den Gehweg auszuweichen.

„Die Busse sind immer noch zu groß“, ergänzt sein Kollege Ralf Kittel: „Die Midi-Busse sind nur unwesentlich kürzer“, beklagt er und belegt dies mit einer Grafik. Nachts sei die Lärmbelastung für die Anwohner unerträglich. Auch konzeptionell äußert er Kritik: „Mit dem neuen Liniensystem ist eine Versorgungslücke im Ortskern entstanden.“

Die RNV will die Auswertung fortsetzen und im April/Mai auf einer Info-Veranstaltung vorstellen. -tin