Seckenheim

Seckenheim Stadträtin Marianne Seitz erhält Alfred-Blümmel-Orden / Buchstaben ihres Nachnamens stehen für gute Eigenschaften

„S wie sozial, Z wie zuverlässig“

Ihre Ansprache war ein Blick in Seckenheims jüngere Vergangenheit, gab die Sicht auf familiäre, kirchliche und vereinsbezogene, aber nicht auf politische Momente preis, war spontan, direkt, „seggemarisch“ und von herzhafter Heiterkeit. Stadträtin Marianne Seitz erhielt Seckenheims höchste bürgerschaftliche Auszeichnung, den 1981 von Zabbe-Sängerbündler Heinrich Kraus zusammen mit der Familie Blümmel ins Leben gerufenen Blümmel-Orden.

Der Schloss-Saal war voll besetzt, als die Vorsitzende des Sängerbundes 1865, Daniela Petzinger, die Gäste begrüßte, an der Spitze Mannheims Umweltbürgermeisterin Kubala, Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz, zahlreiche Stadträte und Vereinsvertreter, etliche bisherige Ordensträger sowie Angehörige der Familie Blümmel.

Zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Sängerbundes, Andreas Eder, erinnerte sie an die bisherigen Ordensträger, ehe der im Vorjahr ausgezeichnete Andreas Hänssler die Laudatio hielt. Hänssler, Vorsitzender der TSG, blickte auf das Leben der neuen Würdenträgerin (wir berichteten am Samstag ausführlich) und rief sie dazu auf, sich weiterhin engagiert im Kommunalparlament für Seckenheimer Anliegen einzusetzen.

Erzählungen aus Alt-Seggene

Im Anschluss an die Ordensverleihung, bei der Blümmel-Sohn Meinrad Blümmel den Namen der Trägerin mit „sozial, engagiert, integrativ, teamfähig und zuverlässig“ buchstabierte, antwortete die „Krauße Marianne“, wie sie immer noch oft genannt wird, mit der ihr eigenen Bodenständigkeit. „Ich nehme den Orden gerne an“, sagte sie dankbar. Denn schon früh sei ihr Lebensmotto frei nach Erich Kästner gewesen: „Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.“ Das verband sie mit der bis heute gültigen Bereitschaft: „Man lernt jeden Tag was dazu“.

Dann erzählte sie aus ihrem Leben: von der nicht einfachen, aber schönen Kindheit auf dem kinderreichen Bauernhof in der Ewwagass (Kloppenheimer Straße). Sie löste etliche Lacher aus mit ihren vielen Erinnerungen aus der Nachkriegszeit – vom Spielzeugladen des Fräulein Behringer bis zur Lehrerin Fräulein Papst, von Hausschlachtungen und Nachbarschaftskindern.

Außerdem erinnerte sie an die damals schwer zu überwindenden konfessionellen Unterschiede zwischen ihrem katholischen, Turnerbund-orientierten Umfeld und der Liebe ihres Lebens, Wolfgang Seitz, evangelisch und aktiv im Turnverein, mit einem glücklichen Ende in Form von Seckenheims erster ökumenischer Trauung vor bald 50 Jahren. Viele weitere Anekdoten folgten, ehe Marianne Seitz all jenen dankte, die bei der Vorbereitung der Verleihungs-Matinee mitgearbeitet hatten, insbesondere TSG-Vorstandsmitglied Regina Kasper.

Die Verleihung umrahmte die Männer-Singgemeinschaft Sängerbund Seckenheim/Frohsinn Friedrichsfeld unter Dietrich Edinger mit vier schwungvollen Liedern. Abgeschlossen wurde die Verleihungszeremonie mit dem Lied „Zeig mir den Platz an der Sonne“, eigens für den bekennende Udo-Jürgens-Fan Marianne Seitz ins Programm aufgenommen, ehe sich eine schier unendliche Schlange aus Gratulanten bildete.

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