Seckenheim

Schilda oder Skandal?

Viele Seckenheimer wissen nicht mehr, ob sie über die aktuellen Geschehnisse schmunzeln oder erbost sein sollen. Ist es ein Kuriosum wie im sprichwörtlichen Schilda oder ein handfester Skandal, dass für 300 000 ein Kiosk errichtet wird, die öffentliche Toilettenanlage darin jedoch noch keinen einzigen Tag funktioniert hat und nun ein mobiles WC den historischen Ortskern ziert? Ein Anlass für unangenehme Fragen ist es jedenfalls.

Was Seckenheimer und auswärtige Betrachter so irritiert, das ist die Tatsache, dass dieser Vorgang eine neue Folge in der Serie „Pleiten, Pech und Pannen“ ist, die bei der millionenschweren Neugestaltung der Ortsmitte dieses traditionsreichen Stadtteils gar kein Ende zu nehmen scheint.

Teil einer langen Pannenserie

Diese Pannenserie reicht von der gefährlichen Radwegeführung zwischen Straßenbahnschienen über die umstrittene Beseitigung des Identität stiftenden Zabbe-Brunnens bis zum Neubau eines Kiosks, dessen Gestaltung, ja mehr noch dessen Farbe, für viele Passanten einen täglichen Anlass des Ärgernisses darstellt.

Viele, allen voran die Sozialdemokraten, haben in der Diskussion im Vorfeld einen solchen Klotz in ihrer historischen Ortsmitte nur angesichts des Arguments akzeptiert, dass dort eine öffentliche Toilette vorgehalten wird, die an anderer Stelle nicht zu finden ist. Dass ausgerechnet dieser Teil des Gebäudes seit der Eröffnung des Kiosks nicht funktioniert, ist ein Treppenwitz.

300 000 Euro Kosten wofür?

Zudem fragt sich der Betrachter, wofür 300 000 Euro, also immerhin fast der Preis eines Reihenhäuschens, ausgegeben wurden, wenn nach der Fertigstellung noch nicht einmal die Klotür richtig funktioniert und auch innerhalb von fast zwei Monaten nicht in Gang gesetzt werden kann. Das müsste deutsche Ingenieurskunst doch irgendwie hinkriegen.

Nun also ein mobiles WC-Häuschen im historischen Ortskern für eine Zeitspanne, deren Ende nicht absehbar ist. Zumindest mag es den feiernden Besuchern beim Straßenfest am kommenden Wochenende wertvolle Dienste leisten.

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