Seckenheim

Stadtplanung Hammonds-Kaserne, Stem-Barracks, Sportpark – bei allen drei Großprojekten gibt es Schwierigkeiten

Schlechte Nachricht aus Berlin

Archivartikel

Die Nachricht kommt am 29. Mai: Die Bundeswehr räumt ihre Loretto-Kaserne in Seckenheim anders als erwartet nicht schon 2019, sondern frühestens 2022. Und auch bei zwei weiteren Infrastruktur-Projekten im Vorort, den Stem-Barracks und dem Sportpark, geht es kaum voran.

Dabei sieht es zu Beginn des Jahres noch so gut aus. Nachdem in den Hammonds keine Flüchtlinge mehr untergebracht und die Planungen abgeschlossen sind, stellt der Fachbereich Stadtplanung dem Bezirksbeirat am 7. Februar in Aussicht: Bereits 2019 könnten die Bagger rollen.

Doch kurz darauf kommt der Dämpfer: Der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, teilt dem CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel mit, die Freigabe werde „auf voraussichtlich 2022 verschoben“.

Streit um Bebauung auf Stem

Der Schrecksekunde folgt dennoch leichte Entspannung: Auf die Umsetzung der fertigen Planung der Stadt für das Neubau-Quartier mit 1000 Neubürgern hat die Entscheidung der Bundeswehr kaum negativen Einfluss. Die Stadt versichert, dass nun eben auf den bereits verfügbaren Flächen 2019 Erschließung und Vermarktung beginnen. Im Dezember beschließt der Gemeinderat dafür den rechtlichen Rahmen.

Ganz am Anfang dagegen steht ein solcher Prozess für die Stem-Barracks entlang der Autobahn 656. Mit drei Hektar ist dies zwar die kleinste der zehn Mannheimer Konversionsflächen, aber eine der schwierigsten. Problem ist die Verkehrserschließung, die nicht direkt auf die nahe Autobahn erfolgen kann, sondern nur durch das angrenzende Wohngebiet. Ein Knackpunkt, wie sich bereits bei der erstmaligen Diskussion im Bezirksbeirat am 16. Mai zeigt.

Auf einer Bürgerversammlung im September bricht sich der Unmut der Anwohner Bahn. Die Verkehrsanbindung und die Massivität der geplanten Bebauung werden kritisiert. Die Anregungen, so die Erschließung über den Holzweg, werden in neue Pläne integriert, die am 28. November präsentiert werden.

Die Verwaltung und das Büro „Yalla Yalla“ legen drei Entwürfe vor – von minimaler bis zu maximaler Bebauung; der mittlere scheint konsensfähig zu sein. Als Ergebnis sollen zwei Varianten erarbeitet werden. „Vor drei Jahren passiert da nichts“, glaubt der Konversionsbeauftragte der Stadt, Klaus Jürgen Ammer.

Sportstättenkonzept scheitert

In schweres Fahrwasser gerät die Kooperation der Sportvereine TSG und SV. Sachstand zu Beginn 2018 ist: Der SV übernimmt die Bezirkssportanlage, die TSG baut eine neue Halle. Doch der Teufel steckt im Detail, konkret in den Standorten.

Die Stadt will die TSG im Klettengewann ansiedeln, diese will aber auf die Stem-Barracks, wie der Vorstand am 12. Juni vor der Presse erklärt. Und auch der SV hat Probleme mit dem Standort. Der Idee, die Bezirkssportanlage auszubauen, erteilt Oberbürgermeister Peter Kurz bei seinem Vor-Ort-Termin am 25. Juli eine klare Absage. Grund ist die Lage inmitten des Landschaftsschutzgebietes sowie die unzureichende Verkehrserschließung in dem Ortsteil, dessen Bürger gegen stärkeren Verkehr bereits jetzt Sturm laufen.

Am 26. September lehnt der Be-zirksbeirat das Sportstättenkonzept der Verwaltung (TSG im Klettengewann, SV auf Bezirkssportanlage) ab. „Vielen Dank für Ihre Planung“, bringt es Stadträtin Marianne Seitz auf den Punkt, „aber das war nichts“.