Seckenheim

Seckenheim Adventsausstellung im Heimatmuseum zeigt die kreativen Ergebnisse von Hobbyhandwerkern

Solarpanel treibt Bahn im Koffer an

Traditionell lädt das Heimatmuseum Seckenheim an den Adventssonntagen zu einer Weihnachtsausstellung in die Museumsräume ein. In diesem Jahr wurden von Vereinsmitgliedern selbst hergestellte Exponate ansprechend präsentiert. Die diesjährige Ausstellung zeigt „Handarbeiten“ der besonderen Art, kreative Hobbies, aus denen wahre Kunstwerke hervorgehen.

Werner Senn, Mitbegründer des Heimatmuseums, stellt Drechselarbeiten aus. Der Schreiner aus Leib und Seele liebt Holz und hat Ehrfurcht vor der Natur. Seit rund zwanzig Jahren bearbeitet er Holzrohlinge mit der Drechselmaschine, stellt Schalen, Kugeln und andere Formen her. „Man weiß vorher nicht, was raumkommt, das hängt davon ab, wie der Baum gewachsen ist“, aber das ist gerade das Schöne für den rüstigen Rentner.

Hans-Peter Gersbach zeigt Miniatureisenbahnanlagen, die auf kleinstem Raum optische und technische Leckerbissen bieten. Seit etwa 60 Jahren beschäftigte sich Gersbach mit Modelleisenbahnen, er hat 110 Lokomotiven in unterschiedlicher Größe und zuhause große Anlagen aufgebaut. Zur Ausstellung hat er einen Koffer mit einer kompletten Anlage mitgebracht. Das Modell heißt „Eisenbahnmuseum“ mit Elektroautos und vielen Details. Das Besondere ist das eingebaute Solarpanel, das die Eisenbahn mit der Spur „Z“ autark betreiben lässt.

Wie von Geisterhand

Interessant sind auch zwei weitere Stationen: Die Eisenbahn mit Dynamobetrieb darf von den Besuchern per Handantrieb in Bewegung gesetzt werden. Wie von Geisterhand bewegt sich dagegen beim nächsten Exponat ein Bus auf der Fahrbahn. Der Aussteller erklärt großen und kleinen Besuchern technische Details und gibt den Fans elektrischer Modellbahnen Tipps.

Gersbachs Highlight ist jedoch eine Anlage mit dem Maßstab von 1 zu 160. Das „Westernpanorama Tombstone“ zeigt die USA im Jahr 1880 mit Gebäuden aus Zündhölzern, Berge aus Verpackungsmaterial, maßstabsgetreue, handbemalten Figuren und vielen Details. Ob Pferdekopfpumpe, Goldgräber oder die Rauchzeichen der Indianer, überall sind technische Raffinessen eingebaut. Die Anlage ist nicht nur für technikaffine Besucher sehenswert.

Die Museumschefin selbst hat auch ein kreatives Hobby. Seit rund 40 Jahren stellt Traudl Gersbach Patchwork-Handarbeiten her. Dazu zerschneidet sie Stoffe um diese später nach Farben oder verschiedenen Mustern wieder zusammenzunähen. Daraus entstehen kleine Kunstwerke, teils dekorativer Natur wie Wandbehänge oder Praktisches wie Decken und Kissenhüllen. Die Arbeiten, entweder Ton in Ton, mit Farbverläufen oder mit abstrakten Formen, wären ganz leicht herzustellen, so die Vorsitzende. „Man braucht nur Stoffe, Papier, Bleistift, Nadel und Faden und etwas Geduld.“ Mit Begeisterung gab sie Anleitungen sowie Tipps und Tricks weiter.

Die Aussteller, die mit viel Liebe und Leidenschaft ihr Hobby ausüben, standen gerne Rede und Antwort. Sie freuen sich auch auf viele weitere Museumsbesucher, die an den beiden kommenden Adventssonntagen von 15 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt die Gelegenheit zum Anschauen und Mitmachen nutzen. Ein Besuch in der Kloppenheimer Straße 20 lohnt sich am 10. und 17. Dezember auf jeden Fall. Auch die Dauerausstellung ist in dieser Zeit für die Besucher geöffnet.