Seckenheim

Seckenheim Am Wochenende ist die Landesstraße 542 Richtung Rheinau komplett gesperrt / Im Rahmen des Programms „Wiedervernetzung“ werden drei Kleintiertunnel errichtet

Straßenbau im Dienste der Ökologie

Archivartikel

Das bevorstehende Wochenende über ist Seckenheim nur schwer zu erreichen. Die direkte Zufahrt aus den östlichen Rhein-Neckar-Gemeinden ist wegen der Ilvesheimer Kerwe gesperrt, die westliche von Rheinau wegen Bauarbeiten an der L 542 in Höhe der Autobahnbrücke.

Seit Wochenbeginn bereits können die Autofahrer von Rheinau aus Richtung Seckenheim diese Bauarbeiten beobachten: Der Verkehr über die Autobahnbrücke wird nur einspurig geführt und mit einer Bedarfsampel geregelt. Und das klappt problemlos, ohne große Staus.

Mancher Passant fragt sich aber: Was passiert da? Muss die erst vor wenigen Jahren neu gebaute Brücke über die Autobahn (der „MM“ hat ausführlich berichtet) schon wieder saniert werden? Weit gefehlt, versichert das Karlsruher Regierungspräsidium. Grund ist vielmehr der Bau sogenannter „Kleintierdurchlässe“, der im Rahmen des Programms „Wiedervernetzung“ erfolgt.

360 000 Euro Kosten

Sein Ziel ist – einfach ausgedrückt – , Lebensräume von Kleintieren, die durch die Fernstraßen zerschnitten worden sind, erneut miteinander zu verbinden oder, wie es wissenschaftlich formuliert heißt, zu vernetzen. Dieses ökologisch wertvolle Programm lässt sich das Land Einiges kosten, alleine die Maßnahme hier auf der L 542 stolze 360 000 Euro.

Im „Damm“ – ja, so heißt das auch im Straßenbau – , also im Bereich der Brückenauffahrt, werden drei Kleintiertunnel errichtet: einer mit 31 Metern und zwei mit 17 Metern Länge. Sie bestehen aus Stahlbeton, haben einen Durchmesser von einem Meter und liegen gut zwei Meter unterhalb der Fahrbahn im Boden. Errichtet werden sie in „offener Bauweise“, das heißt: Dazu wird das Gelände zunächst aufgegraben, darin das Rohr verlegt und dieses danach wieder mit Erdreich bedeckt.

Weil ein Teil der Fahrbahn durch die Arbeiten in Anspruch genommen werden muss, ist die einspurige Sperrung derzeit unvermeidlich. Den Leuten vom Bau wäre natürlich eine Vollsperrung lieber, weil die Arbeiten dann schneller gehen würden. Doch da machte das Straßenbauamt nicht mit – angesichts der Bedeutung der L 542 für die Erschließung dieser Gegend und vor dem Hintergrund vieler anderer Sperrungen und Umleitungen aktuell.

Zweite Sperrung zum Monatsende

Am kommenden Wochenende jedoch ist eine Vollsperrung nicht zu vermeiden. Sie beginnt an diesem Freitag, 23. August, und dauert bis Montag, 26. August, 5 Uhr früh. Danach ist die Straße für die folgende Arbeitswoche wieder offen. Doch von Freitag, 30. August, bis Montag, 2. September, ist noch mal das Gleiche nötig. Endgültig abgeschlossen ist die Maßnahme am 18. Oktober.

Und wie kommen die Arbeiten voran? „Aktuell besser als gedacht“, freut sich Bauleiter Andreas Bohrmann von der ausführenden Baufirma Herberger mit Sitz in Schifferstadt, die im Tiefbau lange Erfahrung hat: „Das liegt vor allem am guten Wetter, aber natürlich auch an guter Planung“, schmunzelt er: „Wir sind dort derzeit auch mit sechs Mann am Start.“ Und in diesem Fall sind es wirklich nur Männer.

Zum Thema