Seckenheim

Tor zu fränkischen Höfen stand früher meistens offen

Archivartikel

Hartwig Trinkaus

Fränkische Bauernhöfe standen zum Tag des Denkmals“ im Mannheimer Stadtteil Seckenheim im Mittelpunkt des Interesses. Hauptsächlich in der Rastatter, Freiburger und Kloppenheimer Straße findet man die ehemaligen Bauernhöfe in der für Seckenheims Ortskern typischen Form einer fränkischen Hofanlage. Seit Mitte der 1980er Jahre besteht für das einst stolze und vom Tabak geprägten Bauerndorf eine Gesamtanlagenschutzverordnung für rund hundert geschützte und besonders geschützte Objekte. Der Verein „Heimatmuseum Seckenheim“ ermöglichte zahlreichen Interessenten zum „Tag des offenen Denkmals“ daher Einblick in zwei fränkische Höfe.

Die mächtigen Scheunen, in deren Gebälk Tabak getrocknet wurde, stehen von der Straße parallel mit großem Abstand zurückversetzt. Um den so entstehenden zentralen, länglichen und ursprünglich mit Sandstein gepflasterten Hof dann Schuppen, Ställe, „Puhlloch“, Altenteil und Wohnhaus anordnen. Zur Straße hin ist das Anwesen, das mit dem hinter der Scheuer liegenden Bauerngarten meist zwischen 800 und rund 1 500 Quadratmeter misst, mit einem großen zweiflügeligen Hoftor abgeschlossen, das früher tagsüber meist offen stand. So sieht ein ortstypischer Bauernhof des ausgehenden 18. und 19. Jahrhunderts aus.

Wilhelm Stamm und Traudl Gersbach begrüßte die große Besuchereinheit zum Tag des offenen Denkmals am ebenfalls geschützten Seckenheimer Rathaus von 1718. Von hier aus machte sich die Gruppe zunächst in einen 1787 in der Freiburger Straße erbauten Hof auf. Als weitere Anlage konnten sich die Denkmals-Interessenten dann noch ein Anwesen von 1810 in der Rastatter Straße ansehen.

Diese und andere typisch fränkische Dreiseithöfe sind seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr in vollem Wirtschaftsbetrieb. Hier und da gibt es in Seckenheim noch kleine landwirtschaftliche Nutzungen, die Vollzeit-Agrarbetriebe sind aber längst alle ausgesiedelt.

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