Seckenheim

Seckenheim Dämmer-Marathon lockt bei regnerischer Kühle viele Passanten an die Strecke

Vergnügen trotz miesen Wetters

Archivartikel

Auch diesmal spielte Seckenheim beim Dämmer-Marathon eine „stimmungsvolle“ Rolle, und das trotz des miesen Wetters. Fanden in den milden, sommerlichen Vorjahren schon vor dem Eintreffen der Läufer und Biker kleine Feste und Partys, der Nachmittagskaffee oder Grillfeten am Rande der Strecke auf den Gehwegen oder in den Vorgärten und Höfen statt, so so bot sich diesmal anfangs ein ruhigeres Bild. Herbstiche Tristesse herrschte mitten im Mai. Für Justus und Sophia war das die einmalige Chance, mit dem Roller kreuz und quer über die leere Badener Straße zu fahren und Fußball mitten auf der Fahrbahn zu spielen.

In den Häusern bereiteten sich die Anwohner und ihre Gäste unterdessen auf die Passage der Sportler vor. Als es dann schließlich soweit war und gegen 19.15 Uhr die ersten Athleten auftauchten, da kamen auch die Seckenheimer aus ihren Häusern. Nun füllte sich die Badener Straße zusehends. Auch Schaulustige aus dem benachbarten Ilvesheim fanden sich hier ein.

Die ganze Zeit schon im Freien aktiv waren die Gäste an den beiden Action-Points, bei der TSG am Badener Platz und beim SV am Kapellenplatz. Hier war die Stimmung, gemessen an den Erwartungen der Läufer, bestens. Im Laufschritt erklärte Walter: „Einen solchen Empfang habe ich bei diesem Wetter nicht erwartet.“ Beim SV im Schatten des Wasserturms trafen sich auch die Handballer aus Friedrichsfeld, mittendrin Schlabbdewel Matthias Baier: „Da laufen auch Friedrichsfelder mit. Klar, dass wir die hier in Seckenheim anfeuern.“ Vis-à-vis stieß Zabbe-Kollege Andreas Eder ins gleiche Horn und bestätigte die Aussage von SV-Moderator Gerhard Elißer: „Diese Athleten haben es verdient, aufgemuntert zu werden.“ Etliche Kinder machten begeistert die La-Ola-Welle oder nahmen mit ausgestreckter Hand Kontakt zu den Läufern auf. Mit viel Beifall, mit Pauken, Trompeten oder ähnlichen Instrumenten wurde das größte Breitensportereignis der Rhein-Neckar-Region zu einem Erlebnis für Sportler und Anwohner.

Mit Tuten und Rasseln

Die Ausdauerläufer wurden pfeifend, mit Tuten und Rasseln sowie klatschend angespornt. Immerhin ermöglichte die Streckenführung, dass viele Anwohner und Gäste auch im Haus bleiben und vom Fenster aus die Läuferinnen und Läufer anfeuern konnten. Wer indes draußen stand, dem half nicht nur Jacke und Mütze, leider bildeten auch Regenschirme am Straßenrand Spalier. Zuschauerin Doris bedauerte: „Mit dem Schirm in der Hand lässt sich so schlecht klatschen.“

Natürlich feuerten die Einheimischen ihre „Stars“ an, so zum Beispiel Walter Gehr, Thomas Schneider oder Rüdiger Lapsit und noch einige weitere Seckenheimer. Es regnete leicht bis unangenehm, die Temperaturen waren niedrig, und bei Bernhard Ruf behalf man sich mit Decken. „Decken, das geht ja noch“, bemerkte Willi Pint, der an der Badener Straße wohnt, schmunzelnd: „Wir hatten schon jedes Wetter.“ Besonders in Erinnerung ist ihm das Unwetter von 2006, als die Veranstaltung abgebrochen werden musste. Diesmal blieb es einfach nur recht ungemütlich. Keine Chance zum Aufwärmen hatten die Aktiven der TSG am Schifferkinderheim. Sie boten um TSG-Vorständin Regina Kasper vor der Wechselzone 2 gut gelaunt Wasser und Bananen sowie Müsliriegel an. Unterdessen erstreckte sich das mittlere Läuferfeld fast über die gesamte Seckenheimer Schleife. Keine Frage: Das war ein eindrucksvolles Bild unter dem Seckenheimer Wasserturm.

Auch das Rote Kreuz Seckenheim hatte sich an der Strecke platziert, und vorne am Badener Platz sorgten die Rope-Skipperinnen Maja, Leni und Louisa Kurz für ein synchrones Rahmenprogramm. Dann aber war Seckenheim für die Sportler „gelaufen“, denn die steuerten nach der Kaserne wieder Autobahnbrücke und Neuostheim an. Als die letzten Läufer des Mannheim-Marathons Seckenheim verlassen hatten, ebbte die große Begeisterung an der Seckenheimer Schleife rasch wieder ab – die warme Stube lockte.

Info: Weitere Fotos unter morgenweb.de/seckenheim

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