Seckenheim

Seckenheim Wasser im Keller – Bürger des Stadtteils kritisieren zu gering dimensionierte Kanäle / Stadträtin Seitz setzt sich ein

„Wir wollen Abhilfe“

Archivartikel

„Wir haben alle das gleiche Thema: Wasser im Keller.“ Rolf Gärtner bringt das Problem zahlreicher Seckeneimer auf den Punkt. Nach jüngsten Starkregen standen deren Keller mehr oder weniger hoch unter Wasser. Rolf Gärtner aus der Oberkircher Straße ergriff Initiative und beschwerte sich bei den Verantwortlichen der Stadtentwässerung. Seine zentrale Kritik: Zu gering dimensionierte Straßenkanäle. „Die sollen endlich ihrer Verpflichtung nachkommen und neue Rohre mit größerem Durchmesser verlegen“, fordert er von dem kommunalen Dienstleister der Stadt Mannheim.

Weitere leidgeplagte Seckenheimer stoßen in dasselbe Horn. Knapp 20 Bürger hatten sich jetzt in der SV-Vereinsgaststätte Egardia getroffen, um sich auszutauschen und auf ihre Probleme mit Starkregen hinzuweisen. In CDU-Stadträtin Marianne Seitz fanden sie nicht nur eine interessierte Zuhörerin, sondern auch eine Unterstützerin. „Ich sehe Handlungsbedarf“, tat die Stadträtin in der Versammlung kund. Mit der Problematik wolle sie bei den Verantwortlichen vorstellig werden, versprach die Seckenheimerin. Sie wird bei der Stadtentwässerung einiges zu berichten haben. Die Versammlungsteilnehmer zeigten sich nämlich auskunftsfreudig und gaben einige Erlebnisse preis.

Der Rest im Keller

„Die Kanalisation bringt bei Starkregen nur zwei Drittel der Wassermenge weg. Der Rest geht in die Keller“, schimpfte da ein Bürger. „Heute hat man einen höheren Wasserverbrauch als früher, aber immer noch die alten Rohre“, sah eine Bürgerin einen Grund für die gefluteten Keller. Eine Frau berichtete, dass nach dem jüngsten Starkregen die Feuerwehr in ihrem Haus gefordert war. 60 000 Liter Wasser mussten aus dem Keller gepumpt werden. Der Schaden addierte sich auf über 50 000 Euro, berichtete die Hausbesitzerin. Bei einer Bewohnerin in Seckenheims Hauptstraße schoss das Wasser durch Lichtschächte. Die Kanalisation, so die Bürgerin, habe der Wassermenge nicht mehr Herr werden können – obwohl neue Rohre verlegt worden waren.

„34 Jahre ist nichts gewesen“, blickte eine Frau auf eine schadenfreie Zeit. Nach dem jüngsten Starkregen „kam das Wasser aus dem Boden“. Für Rolf Gärtner ist klar, dass das Wasser über die Muffen eindrang. „Diese konnten dem Druck nicht standhalten“, so seine Erklärung. „Unser unterdimensioniertes System verkraftet den Starkregen nicht“, machte ein älterer Herr das Grundproblem aus.

Die leidgeplagten Seckenheimer gaben sich nicht der Illusion hin, dass alle Rohre durch größere ersetzt würden. Doch sie erhoffen sich ernst genommen zu werden und Hilfe – beispielsweise durch Rückhaltebecken oder intensivere und häufigere Reinigung von Sickerschächten sowie des gesamten Kanalsystems. „Wir wollen Abhilfe wie in der Stadt“, äußerte eine ältere Frau, die den Eindruck hatte, dass der Stadtteil Seckenheim stiefmütterlich behandelt werde.

Ablagerungen und Gerüche

Verantwortlich für die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser aus dem gesamten Mannheimer Stadtgebiet ist der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (EBS Mannheim). Auf eine frühere Anfrage gab Sachgebietsleiter Stefan Rongisch zur Auskunft, dass auch in Seckenheim verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Abflusssituation durchgeführt würden. Kein System, so Rongisch, sei auf die seltenen Fälle von Starkregen ausgelegt.

Der Bau von größeren Straßenkanälen sei, so Fachmann Rongisch, wenig sinnvoll. Dies würde hohe Investitionen erfordern und in Trockenwetterzeiten zu vermehrten Ablagerungen mit Geruchsbelästigung führen.