Seckenheim

Seckenheim Mit dem Beschluss im Technischen Ausschuss des Mannheimer Gemeinderates endet ein langjähriger Konflikt

Zabbe-Brunnen soll wieder auf die Planken zurückkehren

Archivartikel

Der Wortlaut der Verwaltungsvorlage V142/2020 klingt wenig spektakulär: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Aufstellung der Fasswagenplastik auf den Seckenheimer Planken weiterzuverfolgen und zu realisieren.“ Tatsächlich jedoch hat die Zustimmung der Stadträte, die in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses erfolgt ist, das Zeug, einen seit Jahren erbittert geführten Streit in diesem Vorort zu beenden.

Es geht um den Zabbe-Brunnen, jene Steinplastik in Form eines Jauchewagens, die 1982 auf den Seckenheimer Planken aufgestellt wurde, um an die bäuerliche Tradition des Vorortes zu erinnern. Im Zuge der Neugestaltung der Ortsmitte wurde er abgebaut und lagert seither im Stadt-Betriebshof Pfeiferswörth.

Alte Stelle oder Hammonds?

Doch seither tobte auch der Streit, an welcher Stelle er wieder aufgestellt werden sollte. Da mit dem neuen Zuschnitt der Planken eine Wiederaufstellung dort technisch nur schwer möglich war, sprachen sich Bezirksbeirat und Vereine mehrheitlich für den Badener Platz nahe den Hammonds Barracks aus.

Doch die Vertreter dieser Idee hatten die Rechnung ohne ihre traditionsbewussten Mitbürger gemacht. Aus dem Stammtisch des Lokals „Engel“ heraus, in dessen Nähe der Brunnen einst stand, entwickelte sich eine Bürgerinitiative, die vor Ort breite Unterstützung fand. Darunter so renommierte Persönlichkeiten wie der inzwischen verstorbene Heimatforscher Alfred Heierling und der frühere IG-Vorsitzende Werner Bordne, aber auch Vereinsrepräsentanten wie Andreas Hänssler von der TSG oder Berthold Arnold von den Anglern. CDU-Stadträtin Marianne Seitz schloss sich ebenfalls an – auch gegen die Bezirksbeiräte ihrer Partei.

Eine Wendung trat ein, als sich der Gestalter des Brunnens zu Wort meldete. Vor Ort sandte Gernot Rumpf zwei Botschaften aus: Durch eine Aufstellung am Badener Platz sehe er sein Urheberrecht verletzt; eine Aufstellung auf den Planken auch ohne Wasser sei aber möglich.

Der Durchbruch kam bei einem Ortstermin, zu dem der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel eingeladen hatte und bei dem der Standort Hammonds abgelehnt wurde. Der inzwischen verstorbene SPD-Stadtrat Ralph Waibel schlug einen Kompromiss vor: Standort Planken, aber ohne Wasser. Waibels Nachfolger im Vorsitz des Bezirksbeirates, Thorsten Riehle, überzeugte die Bürgervertretung endgültig.

Dies erst ermöglichte der Verwaltung, einen entscheidungsfähigen Vorschlag in den Gremien einzubringen. Demnach wird die „Fasswagenplastik“, wie sie in der Vorlage genannt wird, vor dem „Engel“ aufgestellt. Der Bereich sei leitungsfrei, auch unter Belangen des Baumschutzes unbedenklich und biete genug Platz, „ohne das Entwurfskonzept der Neugestaltung der Planken substanziell zu beeinträchtigen.“

Vor dem „Engel“ ist Platz

Da die Gewährleistungspflicht für die beim Planken-Umbau erstellten Pflasterflächen erst im Frühjahr 2021 endet, kann auch erst danach die Brunnenplastik wieder installiert werden. Die Kosten beziffert die Verwaltung auf einen „mittleren fünfstelligen“ Betrag, also um die 50 000 Euro, die aus dem laufenden Haushalt gedeckt werden können.

Bei den örtlichen Stadträten herrscht Erleichterung über die erreichte Lösung. Für Thorsten Riehle stellt sie einen Interessenausgleich dar, „mit dem alle, die an einer Lösung Interesse haben, werden leben können.“ Dafür dankt Nina Wellenreuther (Grüne) vor allem dem Bezirksbeirat, „der sich der Befriedung des Konfliktes angenommen hat“.

Marianne Seitz (CDU) würdigt dagegen den Einsatz der Bürger, „denen endlich Gehör verschafft wurde“. Und einer von ihnen, Dieter Fedel vom „Engel“-Stammtisch, bekennt: „Ich bin einfach glücklich.“

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