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Weinheim Stadt investiert knapp 160 000 Euro in Modernisierung der Feuerwehr-Einsatzzentrale / Umstellung der Fahrzeuge soll Mitte 2020 erfolgen

Alarm läuft jetzt mit Digitalfunk auf

Archivartikel

Das Herzen des Feuerwehrzentrums der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim ist die Einsatzzentrale. Sie wurde nach rund 13 Jahren von Grund auf modernisiert und für Digitalfunk umgerüstet. Knapp 160 000 Euro hat die Stadt Weinheim dafür investiert.

Die Einsatzzentrale ist im Jahr bei 600 bis 800 Einsätzen Anlauf- und Koordinierungsstelle. Nun ist sie mit zwei ergonomischen Arbeitsplätzen und mit modernster Technik ausgestattet. Eine Klimaanlage in der Zentrale und im angrenzendem Stabsraum sorgt außerdem für gleichbleibende Raumtemperatur. Auch die Haustechnik aus dem Jahr 2006 wurde besser in die Zentrale integriert und ertüchtigt. So können über einen Touchbildschirm die Beleuchtungen, Tore und Absauganlagen der Fahrzeughalle gesteuert werden.

Auf vier Bildschirmen pro Arbeitsplatz werden die Einsätze erfasst und eingetragen. Ein Programm dokumentiert den Status der Fahrzeuge bei Einsätzen und wertet ihn aus. Die beiden Einsatzbildschirme von Fahrzeughalle und Foyer werden durch die Zentrale gesteuert. So wird eine Einsatzkraft bereits bei Ankunft im Feuerwehrzentrum über die Art des Einsatzes und die angeforderten Fahrzeuge informiert und kann sich in der Umkleide entsprechend ausrüsten.

Die Einsatzziele in Innen- oder Weststadt werden jetzt einfacher erreicht. Bei der Großbaustelle Mannheimer Straße wird es für die Feuerwehr beispielsweise möglich sein, sogenannte Fahrstraßen über die Einsatzzentrale zu steuern. Damit werden nach einer vorgegebenen Zeit die Ampeln, die auf dem Weg zur Einsatzstelle installiert sind, automatisch auf Grün geschaltet. Das erleichtert die Anfahrt erheblich.

Funkmasten flächendeckend

Seit 2006 soll der Digitalfunk flächendeckend den Analogfunk von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten in Baden-Württemberg ablösen. In Hessen und Rheinland-Pfalz ist dies längst geschehen. Da Weinheim als Anrainerstaat direkt an Viernheim und Birkenau (jeweils Hessen) grenzt, muss bei Einsätzen im Zuge der Überlandhilfe eine Kommunikation zwingend erforderlich sein. Auch die Werksfeuerwehr von Freudenberg hat bereits auf die neue Technik umgestellt.

Mittlerweile sind digitale Funkmasten vom Land Baden-Württemberg flächendeckend gestellt und eingerichtet worden. Auch die Integrierte Leitstelle in Ladenburg, die für den Rhein-Neckar-Kreis zuständig ist, wurde bereits mit den digitalen Endgeräten ausgestattet. In Weinheim müssen für die Umstellung 38 Fahrzeuge und sechs Feuerwehrhäuser umgerüstet werden. Das Land hat einen Zuschuss von knapp 25 000 Euro zugesichert. Die Umstellung soll über eine Fachfirma zentral bewerkstelligt werden.

Bis Mitte 2020 sollen alle Fahrzeuge und Standorte in Weinheim auf Digitalfunk umgestellt werden und alle knapp 300 Einsatzkräfte in der neuen Technik geschult werden. Mit dem Digitalfunk nutzen alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ein bundesweit einheitliches, flächendeckendes Netz. Die Bundespolizei in Frankfurt am Main kann ebenso mit der Bundespolizei in Potsdam kommunizieren wie Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste untereinander. Aus Sicherheitsgründen wird der Funkverkehr beim Digitalfunk BOS zusätzlich durch den Einsatz einer speziellen Software verschlüsselt. Der Funkverkehr ist vor dem Abhören durch Unbefugte oder der Manipulation durch Dritte geschützt. Der Digitalfunk gewährleistet, unabhängig von den kommerziellen Mobilfunknetzen, eine verlässliche Kommunikation ausschließlich für die Einsatzkräfte, heißt es in einem Pressebericht der Feuerwehr. Auch bei generell besonders hohem Gesprächsaufkommen ist eine verlässliche Kommunikation der Einsatzkräfte gewährleistet. dk