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SV 98 Schwetzingen Nach dem Abstieg wurde kräftig ausgesiebt / Hoffnungen ruhen auf Neuzugängen Lorenz und Linus Held / Trainer Knödler optimistisch

Aufstiegswunsch ja – aber kein Druck

Archivartikel

Die Abstiegssaison des SV 98 Schwetzingen war gleichzeitig auch die Debütsaison für Kevin Knödler als Coach. Erst im Spätjahr 2018, als es in der Verbandsliga schon bergab ging, übernahm der 43-Jährige das Amt des Cheftrainers. „Ich war mir der Schwere der Aufgabe bewusst. Für mich persönlich war es eine harte Schule“, sagt Knödler, der der Mannschaft wieder Leben einhauchte und mit ihr bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen durfte.

Jetzt, fast ein Jahr später, haben er und der Sportliche Leiter Matthias Mrosek sowie Präsident Rainer Zimmermann den Kader aber dennoch kräftig ausgesiebt. Doch unabhängig vom Ausgang der vergangenen Spielzeit hätte das Trio einen Schnitt innerhalb des Aufgebots durchgeführt.

Dafür hat Knödler nun Spieler in seinen Reihen, auf die er sich zu 100 Prozent verlassen kann. Und genau dieses gegenseitige Vertrauen braucht der SV 98 in seiner momentanen Situation, denn in der Landesliga warten viele heiße Nachbarschaftsduelle. Knödler meint: „Die Liga ist sehr reizvoll. Jeder Gegner freut sich, gegen uns zu spielen und wird noch eine Schippe drauflegen wollen. Da müssen wir kühlen Kopf bewahren.“

Starke Leute geholt

Mit Lorenz und Linus Held sind Knödler zwei richtig starke Spieler ins Netz gegangen, wobei Stürmer Lorenz erst einmal ausfallen wird. „Ich hoffe, sie können an ihre Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpfen“, erklärt der gebürtige Leimener. Darüber hinaus setzt er auf Fabian Wild und Alexander Dirks, die in seinem Konstrukt Schlüsselpositionen einnehmen.

Gelingt der Saisonstart – die Vorbereitung lief schon einmal nach dem Gusto des Übungsleiters –, dann ist mit Schwetzingen zu rechnen, ob es für ganz oben reicht, bleibt aber abzuwarten. „Mein Wunsch ist es schon, in die Verbandsliga zurückzukehren. Wenn wir zu 100 Prozent unsere Leistung bringen und zu einem Team werden, dann können wir das auch schaffen. Aber wir müssen nicht unbedingt aufsteigen“, schiebt Knödler den Druck ein wenig zur Seite.

Teamgedanken gestärkt

Zumal er auch den Nachbarn aus Ketsch und Brühl einiges zutraut. Zu den weiteren Favoriten zählt er Mühlhausen, St. Ilgen und den ASC Neuenheim. „Das sind alles starke Mannschaften“, unterstreicht Kevin Knödler, der seine Jungs in der Vorbereitung das eine oder andere Mal zum Frühstück einlud, einfach um den Teamgedanken zu stärken. Ein Trainingslager kam allerdings nicht zustande, weil der Entschluss wegzufahren, zu spät getroffen wurde.

Deswegen haben die Schwetzinger jetzt aber noch ein bisschen Kleingeld übrig, um das Aufgebot noch einmal zu verstärken. Kommen sollen noch ein Torwart und ein Feldspieler. „Wir befinden uns in Gesprächen“, sagt Knödler.

Die Stimmung an der Ketscher Landstraße hat sich gewandelt, ist wieder besser und dementsprechend steht den Schwetzingern eine spannende Saison ins Haus. „Wir wollen gut aus den Startlöchern kommen“, sagt Knödler, der aber erst nach den ersten fünf Spieltagen abwägen möchte, in welche Richtung es gehen wird.

Unser Tipp: Seine erste komplette Spielzeit als Cheftrainer kann Kevin Knödler etwas gelassener angehen, die harte Schule Abstiegskampf ist in dieser Saison kein Thema.