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Aus der Talentschmiede den Sprung nach oben schaffen

Archivartikel

Nachwuchsförderung: Jugendarbeit wird intensiviert / Junior-Flames bald Drittligist?

Die HSG Bensheim/Auerbach genießt als Talententwickler einen ausgezeichneten Ruf im deutschen Frauenhandball. Beispiele für Spielerinnen, die in jungen Jahren bei den Flames das Fundament für eine erfolgreiche Karriere legten, gibt es einige: Isabell Klein, geb. Nagel (2003 bis 2007 bei der HSG), war sogar Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft. Und Kim Naidzinavicius (SG BBM Bietigheim), von 2008 bis 2011 im Trikot der Flames unterwegs, trägt aktuell die Kapitäns-Binde in der DHB-Auswahl.

Merel Freriks reifte in den vergangenen zwei Jahren in Bensheim zu einer Kreisläuferin internationalen Formats, schaffte den Sprung ins holländische Nationalteam und wechselte im Sommer zum ambitionierten Bundesligisten Borussia Dortmund.

Im aktuellen Bundesliga-Kader der Flames stehen mit Lisa Friedberger, Nationalspielerin Julia Maidhof und Julia Niewiadomska (Kapitänin der polnischen U-17-Equipe) drei Handballerinnen, die aus der HSG-Jugendabteilung stammen. Niewiadomska ist die erste Absolventin der 2015 gegründeten Flames-Akademie, einem Internat für junge Handballerinnen, der nun der Sprung nach oben gelungen ist. Und die Förderung des Bundesliga-Unterbaus wird forciert. „Wir müssen uns immer weiter entwickeln, um Fortschritte zu erzielen“, beschreibt André Schumacher, seit April Jugendkoordinator der Flames, den Ansatz der beständigen Innovation, der im Nachwuchssektor verfolgt wird. Diese Strategie soll in den nächsten Jahren weitere Akteurinnen aus der eigenen Jugend ins Flames-Bundesliga-Ensemble spülen.

Zielsetzung ist es, alle Jugendteams des Leistungsbereichs, der von den C- bis zu den A-Juniorinnen reicht, stets in die jeweils höchsten Spielklassen zu bringen. Eine Vorgabe, die in dieser Saison erneut umgesetzt worden ist.

A-Jugend in der Bundesliga

Die besten Ergebnisse der Flames-Talente in den letzten Jahren waren der dritte Platz der A-Jugend 2016 und der vierte Platz der B-Jugend in der zurückliegenden Spielzeit beim Final Four der Deutschen Meisterschaften. Um an diese Erfolge anknüpfen zu können, investieren die Jugendlichen viel Zeit in den Handballsport, sagt Schumacher mit Verweis auf die intensive Vorbereitungsphase der einzelnen Mannschaften.

Der B-Jugend-Jahrgang, der nahezu komplett in die nächste Altersstufe gewechselt ist, sicherte sich durch sein gutes Abschneiden in der Vorsaison das Startrecht für die aktuelle A-Jugend-Bundesliga. In ihrer Vorrunden-Gruppe treffen die Flames-Mädels dabei auf den Bundesliga-Nachwuchs von TuS Metzingen und Bayer Leverkusen. Der Heimspieltag der HSG findet an diesem Wochenende in der Weststadthalle statt. Am Samstag (7.) um 14 Uhr steht zunächst die Partie gegen Metzigen an, am Sonntag (8.) um 15 Uhr folgt das Duell gegen Leverkusen. Die beiden Erstplatzierten der Gruppe kommen in die Zwischenrunde. „Dort wollen wir hin“, betont Schumacher.

Um die Betreuung von B-und A-Jugend weiter zu optimieren, liegt das Coaching für die beiden Oberliga-Teams dieser Jahrgänge und der A-Jugend-Bundesliga-Crew nun komplett in den Händen von André Schumacher. „Es gibt im Trainings- und Spielbetrieb so viele Überschneidungen, dass diese Lösung Sinn macht.“

Zudem soll die Verbindung zwischen Jugend und zweiter Frauen-Mannschaft der HSG, die die Nahtstelle zwischen Bundesliga und Nachwuchs ist, noch enger geknüpft werden. Lisa Mößinger, Trainerin der in der Oberliga startenden Junior-Flames, und Schumacher unterstützen sich gegenseitig bei der Gestaltung und Durchführung der Übungseinheiten. Die Junior-Flames, bei denen viele A-Jugendliche regelmäßig zum Einsatz kommen, peilen zeitnah den Aufstieg in die 3. Liga an. Sie starten erst am Sonntag, 22. September, mit einem Heimspiel gegen Eintracht Böddiger in die neue Spielzeit (16 Uhr, Geschwister-Scholl-Schule).

Neben der Leistungssparte soll die Breitensport-Schiene in der Jugendabteilung ausgebaut werden. „Wir wollen allen Leistungsebenen, die Möglichkeit bieten, bei uns Handball zu spielen.“ Spitzen- und Breitensport können wechselseitig voneinander profitieren, ist André Schumacher überzeugt.