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Hintergrund Oftersheimer Dimitrios Chrisafis absolviert DFB-Vereinsjugendmanager-Lizenz

„Außer wenn der HSV käme . . .“

Als die SG Oftersheim in der Winterpause den Stecker zog und einen neuen Weg einschlug, wurde viel diskutiert über Prämien und deren Höhen im Kreisklassen-Fußball. „Das höchste Gut ist doch die eigene Jugend“, sagt Dimitrios Chrisafis, Jugendleiter bei der SG Oftersheim und seit kurzem mit der DFB-Vereinsjugendmanager-Lizenz ausgestattet. „Es ist wichtig für die Vereinskultur, dass die eigene Jugend in den Seniorenbereich integriert wird und sich damit identifizieren kann.“

Derzeit tummeln sich auf den Trainingsplätzen der SG Oftersheim über 400 aktive Kinder und Jugendliche, aufgehoben in zahlreichen Jungen-, aber auch fast allen Mädchen-Jugendklassen. Gerade in diesem Sommer haben wieder sieben Spieler aus der A-Jugend den Sprung in den Seniorenbereich geschafft. „Doch nicht nur die Spielerinnen und Spieler selbst, sondern auch die ganze Familie drumherum ist ein ganz wichtiger Teil in unserem Vereinsleben“, will Chrisafis gerne alle Personen rund um den einzelnen Fußballer abholen. Die Vision und Strategie steht, Chrisafis kann sich über einen großen Rückhalt an Helfern und Trainern freuen.

Acht Spieler sind Trainer

Fast schon einzigartig im hiesigen Fußballkreis dürfte die Tatsache sein, dass alleine acht Spieler aus der derzeitigen ersten Mannschaft zusätzlich noch Jugendtrainer sind und sich bereits um ihre Qualifikationen kümmern. Identifikation als Paradedisziplin bei der SG Oftersheim. Chrisafis, der Jugendleiter, der sich allerdings auch nur als ein Baustein in diesem Gebilde sieht, empfindet das lebens- und trainerlange Lernen als einen wichtigen Faktor. „Wenn ich etwas mache, dann will ich es auf hohem Niveau machen“, sagt er. „Wer stehen bleibt, entwickelt sich zurück.“

Dadurch, dass die Prämienzahlungen für den Herren-Bereich im vergangenen Winter heruntergefahren wurden, hat man sich davon verabschiedet, zwingend Spieler von anderen Clubs zu verpflichten, um Erfolg zu haben oder gar zu erzwingen. Chrisafis erklärt das scheinbar simple Rezept: „Es geht nur damit, die eigenen Spieler zu verbessern. Und das geht nur über die Qualifikation der Trainer.“

So steht die Weiterbildung auch bei Chrisafis selbst ganz oben. Das war auch der Grund, warum er sich für die DFB-Vereinsjugendmanager-Lizenz angemeldet hat. Zwei Grundlehrgänge beim Badischen Fußballverband (BFV), zwei Aufbaulehrgänge bei der Badischen Sportjugend (BSB) und eine Prüfung umfassen diese Ausbildung. Dabei vermittelt sie sowohl spezifisches Fachwissen wie die Organisation des Spielbetriebs oder Zuschüsse für die Jugendarbeit als auch soziale Fähigkeiten wie Kommunikation und Konfliktprävention sowie strategische Fertigkeiten. Genau hier hat man bei der SGO bereits einen Hebel angesetzt. „Wir haben ein Projekt gestartet mit einer internationalen Jugendbegegnung und hoffe, dass wir das im kommenden Jahr an Pfingsten mit unserer A- und B-Jugend bestreiten können“, sagt Chrisafis.

Treue ist ihm wichtig

Chrisafis ist seit 2011 Jugendtrainer bei der SG Oftersheim, seit 2017 zudem auch Jugendleiter - und das seit dem ersten Tag mit Herzblut. „Vereinstreue ist mir wichtig. Ich könnte mir nicht vorstellen, dieses Amt woanders auszuführen“, gibt er zu Protokoll, würde aber für seine große Liebe augenzwinkernd damit brechen. „Außer, wenn der Hamburger SV käme . . .“