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2. Fußball-Bundesliga Sandhausens Angreifer trifft zum 1:1-Endstand in Hannover / Auftritt macht Mut

Aziz Bouhaddouz: Effektiv – aber verletzungsanfällig

Sandhausen.Aziz Bouhaddouz ist ein Torjäger – durch und durch. Das hat er auch am Freitagabend nach seiner Einwechslung beim 1:1-Unentschieden des SV Sandhausen bei Hannover 96 mal wieder unter Beweis gestellt (wir berichteten). Seit der Rückkehr von seinem einjährigen Ausflug zu Al-Batin in Saudi-Arabien hatte der Marokkaner aber mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er verpasste einen Teil der Vorbereitung und musste in der 2. Fußball-Bundesliga zunächst Kevin Behrens und Mario Engels den Vortritt lassen.

Gleich in seinem zweiten Saisonspiel traf er zum 1:1-Endstand gegen Bochum. Es folgte ein wichtiger Treffer beim 2:2 gegen Erzgebirge Aue sowie das dritte Saisontor zum Endresultat in Hannover. Drei Tore in 261 Minuten – eine gute Quote, die Sandhausen auch benötigt, denn die Abgänge von Andrew Wooten und Fabian Schleusener haben Lücken hinterlassen.

Bisher haben die Neuzugänge – mit Ausnahme des immer stärker werdenden Torwarts Martin Fraisl und Innenverteidiger Gerrit Nauber – noch nicht eingeschlagen. Trainer Koschinat relativiert die Situation: „Wir hatten auch Pech mit der Verletzungshistorie einiger Spieler. Julius Biada, Robin Scheu und Aziz Bouhaddouz haben in der Vorbereitung über einen langen Zeitraum gefehlt, deswegen brauchen sie noch ein bisschen Anlaufzeit.“

Verbissen gegen Negativtrend

Zeit ist aber wertvoll und deswegen kämpfen die Schwarz-Weißen verbissen gegen den Negativtrend an: Mittlerweile sind sie seit sieben Spielen sieglos. In Hannover waren die Kurpfälzer nahe dran, doch am Ende fehlte vor dem Tor die Durchschlagskraft sowie das nötige Quäntchen Glück. „Wir haben eine bravouröse Leistung gezeigt und verdient einen Punkt geholt. Aufgrund der herausgespielten Chancen hätten wir heute durchaus auch einen Dreier einfahren können“, resümierte der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca. Kapitän Dennis Diekmeier pflichtete ihm bei: „Wenn man den Verlauf sieht, haben wir heute zwei Punkte verloren. Wir haben heute ein starkes Spiel abgeliefert, so müssen wir weitermachen.“

Weitermachen ist ein gutes Stichwort, wenn man die Entstehung des Treffers von Bouhaddouz betrachtet. SVS-Mittelfeldspieler Denis Linsmayer wurde nach 62 Minuten an der Strafraumkante regelwidrig zu Fall gebracht. Doch anstatt abzubremsen und auf einen Pfiff des Unparteiischen Sören Storks zu hoffen, machte Bouhaddouz weiter und traf nur drei Minuten nach seiner Einwechslung zum Endstand. Zuvor hatte Hendrik Weydandt die 96er in Führung gebracht (7.). Bouhaddouz sagt: „Wir ziehen ein positives Fazit. Ich freue mich, dass ich mit meinem Treffer der Mannschaft helfen konnte.“

Hannovers Coach Mirko Slomka hat der Treffer hingegen überhaupt nicht geholfen. Die Niedersachsen haben sich am Sonntag von ihm getrennt, denn der Absteiger hat in dieser Saison noch keinen Heimsieg eingefahren und hinkt den eigenen Erwartungen hinterher. Das gilt für Bouhaddouz nicht, aber sollte er endlich über einen längeren Zeitraum fit bleiben, dann kann er der Mannschaft in den kommenden Wochen mit Sicherheit noch mehr helfen. Die nächste Möglichkeit bietet sich am Samstag, 9. November, beim Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth (Spielbeginn: 13 Uhr, BWT-Stadion am Hardtwald).