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Corona Reisebeschränkungen sorgen für Umsatzeinbrüche

Bahnhofsbuchhandlungen von Krise schwer getroffen

Wegen drastischer Verkaufseinbrüche in der Corona-Zeit stehen nach Branchenangaben viele Bahnhofsbuchhandlungen vor dem Aus. Da seit dem Frühjahr an den Bahnhöfen wöchentlich Millionen Kunden fehlten, liege der Buch- und Presseumsatz der Geschäfte bis zu 70 Prozent unter dem Vorjahr, sagte der Vorsitzende des Verbands Deutscher Bahnhofsbuchhändler (VDBB), Torsten Löffler. Damit sei die Branche viel härter getroffen als der übrige stationäre Buchhandel, der nach starken Verlusten wegen der Schließungen im Frühjahr nun seit Monaten wieder eine große Nachfrage verzeichnet.

Hohe Mieten, wenig Ertrag

In der Folge seien auch viele Verlage massiv in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, erklärte Löffler. Denn sie seien dringend auf die bundesweit rund 480 Verkaufsstellen an 310 Bahnhöfen und Flughäfen angewiesen. „Der Bahnhofsbuchhandel ist systemrelevant für die Lesekultur und die Verlagsbranche in Deutschland.“ Mit ihrem Sortiment von zum Teil mehr als 7 000 Zeitungen und Zeitschriften seien die Läden „Schutzräume der Pressevielfalt und der freien Meinungsbildung“. Sie machten zehn Prozent der Vertriebsumsätze auf dem Pressemarkt aus, und viele kleinere Special-Interest-Titel seien nur hier erhältlich.

Aufgrund der langen Öffnungszeiten und der prominenten Lage fallen die Personal- und Mietkosten von Bahnhofsbuchhandlungen besonders hoch aus, erklärte Löffler. Im Normalfall könne dies dank der hohen „Passagierfrequenzen an Gleis und Gate“ ausgeglichen werden. Doch nun blieben infolge von Reisebeschränkungen und veränderten Mobilitätsgewohnheiten Kunden aus, so dass die Preise in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag stünden. Wenn die Vermieter, allen voran die Deutsche Bahn, die Mieten nicht rasch und dauerhaft senkten, werde „der Bahnhofsbuchhandel, wie wir ihn kennen, schon bald Geschichte sein“.

Der VDBB vertritt nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent des Bahnhofs- und Flughafenbuchhandels in Deutschland. In der Branche sind etwa 3200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte der Bahnhofsbuchhandel einen Presseumsatz von etwa 195 Millionen Euro, auf das Buchsortiment entfielen weitere 60 Millionen Euro. epd