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Weinheim Stadt investiert 2,6 Millionen Euro in Abwasserentsorgung / Entlastung für Waid und Ofling

Becken fasst 1500 Kubikmeter

Archivartikel

Die Stadt erweitert das Kanalnetz seit Jahren immer wieder um Regenrückhaltebecken, damit bei den immer häufigeren Starkregen die Kanalisation entlastet wird – jetzt in der Waidallee gegenüber des Miramar. Die Arbeiten gehen auch in Corona-Zeiten weiter, wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt.

Bei starkem Regen, wenn die Kanäle die Wassermassen nicht auf einmal fassen können, kann das offene Erdbecken vorübergehend bis zu 1500 Kubikmeter Wasser aufnehmen – um es dann später nach und nach wieder in die Rohre abzulassen. Das verhindert einerseits Überschwemmungen und volllaufende Keller; es hilft aber auch der Umwelt, weil Abwasser sonst ins Erdreich und in Gewässer gelangen würde. Seit Jahren erweitert der Eigenbetrieb Stadtentwässerung der Stadt Weinheim mit Rückhaltebecken dieser Art die Kanalisation in der Ebene. Zuletzt sind ober- und unterirdische Anlagen am Marktkauf, am Hammerweg nahe der Bahnschienen und an der B3 entstanden. Das jetzt im Bau befindliche Becken wird wesentlich zur Entlastung der Kanalisation in den Stadtteilen Waid, Ofling, Lützelsachsen Ebene und des Mühlbachs beitragen.

In der Weinheimer Weststadt steht das Grundwasser besonders hoch; auch der Waidsee ist bekanntlich so entstanden. Bei der Herstellung des Pumpwerks musste daher erst eine wasserdichte Baugrube gebaut werden, zum Betonieren der Baugrubensohle mit etwa 150 Quadratmeter Fläche mussten in einer Tiefe von rund sieben Metern unter Gelände sogar Taucher eingesetzt werden.

Trotz aller Herausforderungen kann der Eigenbetrieb Stadtentwässerung im Moment einen planmäßigen Ablauf der Baustelle melden – zeitlich und finanziell. Die Betonbauwerke (das Pumpwerk und der Drosselschacht) waren Anfang des Jahres nach etwa einem Jahr Bauzeit fertig, momentan laufen – deutlich sichtbar – die Arbeiten für das eigentliche Erdbecken. Mit dem Abschluss rechnen die Ingenieure der Stadt im Laufe der Sommerferien.

Die gesamten Baukosten der Maßnahme (Betonbauwerke, Erdbecken, Maschinen- und Elektrotechnik) werden sich am Ende auf rund 2,6 Millionen Euro belaufen. Zum Abschluss der Arbeiten wird Rasen eingesät, so dass das Becken künftig begrünt sein wird – es wird künftig als große grüne Mulde zu sehen sein. whm