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Reden Ransmayr versteht sich auch auf kleine Formen

Besondere Arznei

Archivartikel

Es ist ein „kleiner, schmaler Band“, wie der österreichische Autor Christoph Ransmayr über seine neueste Veröffentlichung sagt. „Arznei gegen die Sterblichkeit“ heißt sie, darin drei Geschichten in einer Form, die zunächst nicht nach großer Erzählkunst klingt: der Dankesrede. Doch Ransmayr wäre nicht Ransmayr, wenn er nicht den gar einschläfernden Ritus des Aufzählens von Ehrengästen und ehrerbietendem Danken durchbräche und stattdessen das täte, was er so herausragend kann: erzählen. Und in den Geschichten werden die Menschen, die auf die Ebene des Erzählens gehoben wurden, quasi unsterblich. In den drei zum Dank erzählten Geschichten sind dies ein Junge, der ein Eigentor schießt, ein Mädchen mit Wasserkanister und ein um seine Ehre kämpfender Vater. Wunderbar. dpa