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Weinheim Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar und Telefon- und Datendienstleister NetCom BW informieren Bürger über Breitbandausbau in Oberflockenbach

Bis Juni soll die schnelle Leitung stehen

Das letzte Wort hat wohl das Wetter. Nur ein strenger Winter mit vielen Frosttagen kann jetzt den Oberflockenbachern beim ersehnten Anschluss des schnellen Internets einen Strich durch die Rechnung machen. Der aktuelle Stand der Bauarbeiten lässt hoffen, dass die Hauptleitung der neuen Breitbandversorgung bis Juni kommenden Jahres liegt und die Haushalte angeschlossen sind. Höchste Zeit: Ursprünglich war man von einer Fertigstellung in 2018 ausgegangen.

„Sie erhalten in Oberflockenbach dann ein Netz, das dem bundesweiten Leistungsstandard entspricht“, sagte am Dienstagabend Traudl Höft vom Weinheimer Amt für Stadtentwicklung vor 200 Besuchern im voll besetzten Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Das Interesse an der Informationsveranstaltung mit dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar und der Firma NetCom BW, dem vom Zweckverband eingesetzten Telefon- und Datendienstleister, war unverkennbar groß.

Vor allem wollten die Zuhörer wissen: Bekommen wirklich alle die versprochene Leistung von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ins Haus? „Für 90 Prozent der Haushalte können wir die Leistung von 50 Mbit/s garantieren“, sagte Giacomo Stifanelli, Account-Manager von NetCom BW. Er wiederholte eine Aussage von Frank Bartmann. Der Leiter Vertrieb und Kundenbetreuung beim Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar hatte zuvor die verschiedenen bautechnischen Module der Maßnahme erklärt.

Mit dem Bau der Backbone-Leitung, der Hauptversorgungstrasse aus Glasfaser, war Ende September begonnen worden. Die Bagger arbeiten sich am Rande der Straße von Großsachsen über Oberflockenbach bis Heiligkreuzsteinach voran. Die Verlegung der Backbone-Leitung und ihre Anschlüsse an bestehende Verteilerkästen werden mit Fördermitteln des Landes und mit Geld des Zweckverbands High-Speed-Netz finanziert. Weinheim ist seit 2015 Mitglied im Zweckverband.

Die bestehenden Verteiler der Telekom werden mittels aktiver Technik an das Glasfasernetz angebunden, doch für die letzten Meter bis in die Gebäude hinein wird die bestehende Kupferleitung verwendet. Die Kosten für die Realisierung der Leitung vom Verteiler zum Haushalt trägt die Stadt Weinheim.

Zwei Hauptknotenpunkte

Die Möglichkeit eines Internetanschlusses komplett mit Glasfaser haben nur etwa 50 Haushalte in Oberflockenbach, die ganz nahe an Backbone-Leitung und Glasfasertechnikgehäuse liegen – sofern sie auf eigene Kosten das letzte Stück Leerrohr verlegen lassen. „Einen flächendeckenden, reinen Glasfaserausbau wird es in den kommenden zehn Jahren nicht geben“, sagte Bartmann. Das Breitbandinternet in Oberflockenbach wird künftig durch zwei Hauptknotenpunkte in Hirschberg und Heiligkreuzsteinach versorgt. In Oberflockenbach entstehen im Zuge der Leitungsverlegung drei bis vier Multifunktionsgehäuse. Exakte Standorte wurden bei der Informationsveranstaltung nicht genannt. Die Feinplanung liege erst seit Kurzem vor, wurde unter anderem argumentiert.

Sicher ist, laut Projektleiter Ralf Link von NetCom BW, dass auch bei einer 800 Meter langen Leitung zum Technikgehäuse noch 50 Mbit/s in den Hausanschluss fließen. Erst bei noch längeren Leitungen beginnt ein Leistungsabfall. „Also sollten wir uns im April noch mal treffen. Wir erfahren heute nichts Konkretes“, sagte ein Zuhörer. Das wäre zumindest ein guter Plan, doch ein zweites Info-Treffen ist nicht vorgesehen.

Eines aber wissen die Besucher seit Dienstagabend auch: Die Hauptleitung sollte spätestens Ende März in der Erde liegen, denn nach ihrer Übergabe dauert es, laut NetCom BW, noch drei Monate bis zur Aktivschaltung. dra