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Feuerwehr Einsatz in Mehrfamilienhaus

Brennender Christbaum in Lorsch

Archivartikel

Lorsch.Ein Christbaum stand am gestrigen Montag um die Mittagszeit in einem Mehrfamilienhaus in der Lorscher Ahornstraße in Flammen. Vier Personen, darunter auch drei Kinder, die sich in der Wohnung im zweiten Obergeschoss aufgehalten hatten, konnten die Feuerwehr alarmieren und das Haus unverletzt verlassen. Auch 13 Personen, die in den weiteren Wohnungen des Gebäudes anwesend waren, gelangten ohne Schaden ins Freie. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte waren die Flammen schon weitgehend von selbst erloschen. Außer dem Weihnachtsbaum wurde nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Lukas Eichler nur ein etwa zwei Quadratmeter großer Bereich von dem Brand direkt in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund der großen Rauchentwicklung ist die Wohnung dennoch bis auf weiteres nicht nutzbar.

Übergangsquartier gefunden

Bürgermeister Christian Schönung kümmerte sich zusammen mit einem Vertreter der Wohnbau Bergstraße – Eigentümerin der Immobilie – um ein Ersatzquartier für die 41-jährige Mutter mit ihren sechs Kindern im Alter zwischen fünf und 19 Jahren. Sie wird übergangsweise in einer aktuell leerstehenden Ferienwohnung in Lorsch untergebracht.

Der Schaden in der Wohnung liegt nach ersten Schätzungen der Polizei bei etwa 10 000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache übernimmt die Kriminalpolizei in Heppenheim. Eine Begehung der Brandwohnung ist für die nächsten Tage geplant. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein technischer Defekt der künstlichen Weihnachtsbeleuchtung im Wohnzimmer den Brand ausgelöst haben, meldete die Polizei gestern Nachmittag.

Die Lorscher Feuerwehr war mit 26 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen vor Ort. Fünf medizinische Helfer des Rettungsdienstes kümmerten sich um die Hausbewohner. Die Mitglieder der Familie aus der Brandwohnung wurden von einem Notarzt in Augenschein genommen. Eine Behandlung oder die Einweisung eines Betroffenen in ein Krankenhaus waren nicht notwendig. Die Rettungskräfte hielten sich vor Ort dennoch weiter bereit, um die Feuerwehr abzusichern.

Kein Wasserschaden

Die Brandschützer drangen unter Atemschutz in die Wohnung ein und löschten dort noch kleinere Glutreste. „Ein Wasserschaden konnte vermieden werden“, bilanzierte im Anschluss an den Einsatz Stadtbrandinspektor Markus Stracke. Mit Hilfe eines Belüfters wurde der Rauch aus dem Treppenhaus und aus der Wohnung geblasen, so dass auch die Polizei die Gegebenheiten kurz in Augenschein nehmen konnte.

Die Familie verfolgte unterdessen vor dem Haus – zum Teil nur mit offenen Sandalen an den Füßen – das Geschehen. Nicht gestatten konnten Polizei und Feuerwehr aufgrund der noch immer vorhandenen giftigen Rauchgase, die Wohnung gestern nach dem Brand noch einmal zu betreten, um Dokumente und einige Habseligkeiten mitzunehmen.