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Im Test Suzuki bringt mit dem Swift Sport ein Spaßmobil, das leichtfüßig und unbeschwert daher kommt / Vorderräder kämpfen mit Grip

Der federleichte Kurvenjäger

Archivartikel

Bensheim.„Champion Yellow“. Ein ambitionierter Name für eine Autofarbe. Das Gelb des Besten, des Siegers. Der auffällige Schmuck ist bei Suzuki tatsächlich dem Topmodell der Swift-Reihe, dem Sport, vorbehalten. Und das nicht zu unrecht, denn genauso frisch und spritzig wie die Farbe, genauso quirlig, leichtfüßig und unbeschwert kommt der Kleinstwagen auch daher. Ein richtiges Spaßmobil.

Natürlich ist es einfach, in ein zierliches Fahrzeug eine aufgemotzte Maschine einzubauen, die für richtig Dampf sorgt. Das hat vor Jahrzehnten VW mit dem Golf als GTI gemacht – und inzwischen gehört es bei fast allen Kleinwagenherstellern zum guten Ton, es den Wolfsburgern gleichzutun. Neben der Farbe kennzeichnet Suzuki das Topmodell schon von außen sehr deutlich: Ein sportlicher Kühlergrill und die markanten vorderen Stoßfänger verleihen dem Swift eine starke und selbstbewusste Frontpartie. Seitenschweller und ein Heckdiffusor in Carbon-Optik, zwei fette Auspuffendrohre und ein Dachkantenspoiler runden das Ganze noch ab.

Innen empfangen eng geschnittene Sportsitze Fahrer und Beifahrer mit ihren hohen Wangen und liefern damit die schöne Geborgenheit eines Sportwagens. Die roten Zierleisten sind sicherlich Geschmacksache – gerade zur gelben Lackierung. Der Rest des Armaturenbretts besteht zum Großteil aus Hartplastik und fällt mit seiner gesamten Anmutung zurück in die 1990er Jahre. Schade.

Der Swift Sport möchte eine Fahrmaschine sein, ein federleichter Kurvenjäger. Und das gelingt ihm mit einem Leergewicht von unter einer Tonne hervorragend. Wer zu ungestüm davonbrausen will, hat erstmal mit dem Grip zu kämpfen. Obwohl Allradspezialist verpasst Suzuki dem Sport nur Frontantrieb – was sich bei Übermut durch Quietschen beim Start bemerkbar macht.

Kleiner Tank, geringer Verbrauch

Der Turbolader des 1,4-Liters präsentiert vor allem im unteren und mittleren Drehzahlbereich ein schnelles und kraftvolles Ansprechverhalten. Er hängt bissig am Gas und lässt sich schön drehen. Das handliche Lenkrad und das knackige, manchmal auch etwas hakelige Sechsgang-Schaltgetriebe sind angenehme Begleiter des direkten Fahrerlebnisses. So saust der Swift von Kurve zu Kurve, der enge Wendekreis und die kurzen Dimensionen vermitteln ein Gokart-Gefühl. Das verdankt der Sport auch seinen Monroe-Stoßdämpfern an Vorder- und Hinterachse, verstärkten Stabilisatoren sowie einer steifen Verbundlenkerachse hinten. Kein Komfortwunder, aber wer möchte das bei einem Rennzwerg? Dafür lenkt der Suzuki sauber ein, drängt nur in sehr engen Kurven leicht untersteuernd zum Fahrbahnrand.

Wenn die Tankuhr sich erschreckend schnell nach unten bewegt, hängt das im hohen Maß mit dem knapp bemessenen 37-Liter-Tank zusammen. Nicht einmal sieben Liter auf 100 Kilometer sind im Testverbrauch ein guter Wert – auch für einen Kleinstwagen. Und wenn es keine 140 PS sein müssen, gibt es den Swift auch mit einem 90-PS-Motor ab 13 790 Euro. Aber nicht in „Champion Yellow“.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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