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Im Test Range Rover schleift nach acht Jahren den Evoque nach – und macht ihn noch schicker

Der Kompakt-SUV für Ästheten

Archivartikel

Kronberg.Es ist nicht leicht, einen Hingucker noch attraktiver zu machen. Als Range Rover vor acht Jahren den Evoque präsentiert, hält die Konkurrenz im Kompakt-SUV-Markt den Atem an: Ein extrovertiertes, mutiges Design, das an ein Coupé erinnert, ein breitbeiniger, selbstbewusster Auftritt und eine hochwertige Ausstattung – so etwas gab es damals noch nicht oft. Umso schwerer ist es nun, einen gleichwertigen Nachfolger zu schaffen. Wahrscheinlich deshalb ist am neuen Evoque äußerlich nur nachgeschliffen worden, was ihm gut getan hat. Er ist noch schicker, ein Auto für Ästheten.

Unnötige Kanten sind verschwunden, die Lufteinlässe deutlich filigraner und die Scheinwerfer noch schmaler – fast wie beim größeren Bruder Velar. Von ihm hat der neue Evoque auch die versenkbaren Türgriffe übernommen. Erstmal gibt es ihn nur als Fünftürer, ob Dreitürer- und Cabrio-Version folgen, verrät Range Rover noch nicht. Das wäre eigentlich schade, denn seit 2011 wurden das Modell und seine Ableger mit Preisen überhäuft. 215 sollen es sein. Und weltweit haben sich 800 000 Käufer für den Evoque entschieden.

Große Fußstapfen für den Neuen, der auch im Innenraum mit einer passgenauen Verarbeitung, sachlichen Linien und hochwertigen Materialien überzeugt. Zugleich setzt der Brite auf Nachhaltigkeit. Wer auf Leder im Innenraum verzichten will, kann sich ein technisches Gewebe bestellen, das zum Teil aus Recycling-Kunststoff besteht – etwa ein „Kvadrat-Wollmischgewebe“ oder ein neues „Eukalyptus-Textil-Gewebe“. Der zentrale Monitor misst ordentliche 10,2 Zoll, reagiert flüssig und ersetzt das mittlerweile antiquierte Modell des Vorgängers. Die Klimaanlage lässt sich über einen Extra-Bildschirm darunter steuern.

Mildhybrid zur Unterstützung

Bis auf den 150-PS-Diesel der Basisversion kommen die beiden anderen Diesel sowie die drei Benzin-Antriebe serienmäßig als Allradler. Zudem sind sie mit einem 48-Volt-Netz mit Riemen-Starter-Generator ausgestattet, einem sogenannten Mildhybrid. Er schiebt beim Beschleunigen mit an und gewinnt beim Bremsen Energie zurück. Wer allerdings ein Sparwunder erwartet, wird enttäuscht. In der Realität braucht der getestete 180-PS-Diesel 8,5 Liter. Hier wird klar, dass sich der Vierzylinder mit 1,8 Tonnen Gewicht herumplagen muss. Ein Plug-in-Hybrid soll noch folgen.

Der Evoque ist ein angenehmer Begleiter durch den Alltag. Auf Autobahnpassagen erweist er sich als flott und angenehm gefedert, gibt allerdings kleine Bodenwellen als kurze Stöße an die Passagiere weiter. Die straffe Federung macht ihn zum Kurvenfreund und auf der Landstraße agil. Zum Rangieren ist die Einparkhilfe sowie die Rückfahrkamera elementar, denn durch die nach hinten schmaler werdenden (schicken) Scheiben sieht man im Prinzip nahezu nichts.

Dass die Schönheit ihren Preis hat, ist fast schon zu ahnen. Mindestens 37 350 Euro sind für den Evoque in der Basisvariante fällig. Eine gute Ausstattung mit starkem Motor kann auch das Doppelte kosten.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto