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Im Test Mit dem kompakten SUV-Coupé CX-30 präsentiert Mazda nicht nur eine neue Modellreihe, sondern auch einen speziellen Motor

Der Mix aus Benziner und Diesel

Leverkusen.Der Trend ist klar: Immer mehr Menschen wollen einen SUV. Und damit diese nicht so klobig aussehen, haben die Autohersteller das SUV-Coupé erfunden. Auf diesen Zug spring nun auch Mazda auf und schiebt zwischen den CX-3 und CX-5 den CX-30 – knuffig, sportlich und kompakt. Unseren Testwagen schmückt noch etwas Besonderes: Er rollt mit dem neuentwickelten Motor SKYACTIV-X auf den Hof, mit dem der japanische Hersteller die Vorzüge von Diesel und Benzinantrieb vereinen will.

„Diesotto“ wird das Konzept auch genannt, an dem sich andere Hersteller die Zähne ausbeißen. Es soll Fahrspaß dank Drehfreudigkeit liefern – und das Ganze mit der Effizienz und dem satten Drehmoment eines Diesels verbinden. Sprich sparsam und sauber soll der Motor sein. Technisch ist das Ganze nicht unkompliziert. Heraus kommt eine Mischung aus der vom Diesel bekannten Selbstzündung und der Fremdzündung des Kraftstoffs, wie es sie sonst bei Ottomotoren gibt.

Dazu wird beim Anfahren und beim Beschleunigen das Benzin-Luft-Gemisch durch eine Zündkerze entflammt. Bei niedriger und mittlerer Belastung sorgt die hohe Verdichtung für die Zündung. Die Japaner haben somit ein System entwickelt, das mit zwei verschiedenen Benzin-Gemischen im Brennraum arbeitet. Der Kraftstoff soll schneller und vollständiger verbrennen, was für eine verbesserte Leistung und geringere Emissionen als bei einem konventionellen Motor sorgt.

Mazda arbeitet schon seit Jahren gegen den Trend, den Hubraum zu reduzieren und dafür die Kraft über einen Turboantrieb zu steuern. Ein gut abgestimmter Turbolader kann so schon in niedrigen Drehzahlbereichen das Auto agil wirken lassen. Konsequenterweise ist nun auch der SKYACTIV-X turbolos, wird aber von einem kleinen Kompressor unterstützt.

Subjektive Schwäche

Nach der ganzen Technik steigt die Spannung vor der ersten Runde am Steuer. Der Motor ist ja ein Benziner, er „nagelt“ also nicht und präsentiert sich generell mit einer enormen Laufruhe. Allerdings trüben dann Wolken den Sonnenschein. Der CX-30 tut sich ein wenig schwer, bis er in die Gänge kommt. Er ist weder drehfreudig noch durchzugsstark. Rein subjektiv lassen die Fahrleistungen keine 180 PS vermuten. Am Ende sind die 6,4 Liter Super als Testverbrauch gut, aber Diesel können das noch besser.

Dabei ist der Mazda ein wendiger und sportlicher Partner, mit dem Kurvenfahrten dank der direkten Lenkung und der knackigen Schaltung richtig Spaß machen. Das Fahrwerk passt bestens dazu: straff, aber nicht raubeinig. Innen herrscht Freude über die hervorragende Verarbeitung, die wertige Materialanmutung und den kühl-schicken Stil. Die Knöpfe und Schalter sind reduziert, das Navi arbeitet schnell.

Mit seinen markanten Formen gibt der CX-30 als schicker Begleiter eine gute Figur ab. Dass Mazda dazu mit Verbrennern experimentiert, ist aller Ehren wert und zeigt: Hier gibt es noch Potenzial. Nachgeschärft könnten so mögliche Alternativen zu den reichweitenschwachen E-Fahrzeugen wachsen.